ESTA-Verschärfungen gestartet

Umsetzung der Visa Waiver Program Änderungen

USA setzen ESTA-Änderungen um USA setzen ESTA-Änderungen um
22-01-2016

Wie bereits mehrfach berichtet, wurde das neue Gesetz zur Verschärfung der Einreisebestimmungen im Rahmen der visumfreien Einreise von US-Präsident Obama im Dezember 2015 unterzeichnet. Bis dato war nicht eindeutig klar, welche USA-Reisenden konkret betroffen sein werden und wann die neuen ESTA-Bestimmungen umgesetzt werden. Laut Auskunft der US-Behörden wurde nun mit der Umsetzung der neuen Regelungen des "Visa Waiver Program Improvement and Terrorist Travel Prevention Acts of 2015" begonnen.

Die visumfreie Einreise in die USA mit ESTA können ab sofort all diejenigen Personen nicht mehr nutzen, die

  1. sich ab dem 1. März 2011 im Irak, Iran, Sudan oder Syrien aufgehalten haben. Ausnahmen für Diplomaten und Militärs sind vorgesehen. Bereits bestehende, noch gültige ESTA-Genehmigungen können nicht mehr genutzt werden.
  2. neben der VWP-Staatsangehörigkeit auch über eine weitere (doppelte) Staatsangehörigkeit für die folgenden Länder verfügen: Irak, Iran, Sudan oder Syrien. Bereits bestehende, noch gültige ESTA-Genehmigungen für diesen Personenkreis werden ab dem 21.01.2016 widerrufen bzw. für ungültig erklärt. Die betroffenen Personen erhalten eine E-Mail-Benachrichtigung, insofern beim ESTA-Antrag eine E-Mail-Adresse hinterlegt wurde.

Alternative: Visum für die USA

USA-Reisende, die von den neuen Visa Waiver Program Richtlinien betroffen sind, müssen ab sofort zwingend ein Visum für die USA beantragen: Geschäftsreisende benötigen ein B-1 Visum, Touristen ein B-2 Visum.

Die Beantragung eines Visums für die Vereinigten Staaten ist zeit- und kostenintensiver im Vergleich zur elektronischen ESTA-Beantragung. Insbesondere erfolgt aufgrund der persönlichen Erscheinungspflicht für alle Antragsteller (14-79 Jahre) ein Visa-Interview in einem der zuständigen US-Konsulate. Das U.S. Department of State hat bereits angekündigt für unmittelbar betroffene Reisende eine beschleunigte Abwicklung anzubieten. Trotz allem wird eine Visumbeantragung mindestens 1-2 Wochen in Anspruch nehmen. Der betroffene Personenkreis muss gegebenenfalls auch mit Verzögerungen im konsularischen Bearbeitungsprozess durch intern angeordnete, zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen ("Security Check") rechnen.

Ausnahmeregelungen beim neuen ESTA-Gesetz

Ausnahmeregelungen für die unter 1. und 2. aufgeführten Personenkreise sind laut der neuen Gesetzgebung denkbar und für bestimmte USA-Reisende zukünftig vorgesehen. Diese müssen in einem sogenannten "Waiver"-Verfahren einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung stellen, damit sie weiterhin am Visa Waiver Program (VWP) teilnehmen können. Wie dieses "Waiver"-Verfahren genau aussehen wird und welche Bearbeitungszeiten, Kosten etc. damit verbunden sein werden, ist derzeit noch unklar (s. Pressemitteilung der US-Botschaft).

Unsere Empfehlung

  • Die unter Punkt 1. und 2. genannten Personen müssen zwingend ein Besuchervisum (B-Visum) beantragen. Insbesondere bei zeitnahen Reiseplänen sollte umgehend mit der Visumbeantragung begonnen werden. Für Personen, die innerhalb der nächsten 1-3 Wochen reisen müssen, können im konsularischen Antragsverfahren ggf. Notfalltermine beantragt werden.
  • Mögliche Falschangaben zu Staatsangehörigkeiten oder vorherigen Einreisen, die durch die US-Behörden identifiziert werden, führen zu strengen Sanktionen, beispielsweise in Form von Einreiseverweigerung bzw. Einreisesperren.
  • Doppelstaatsbürger (Iran, Irak, Syrien, Sudan), welche keine E-Mail-Benachrichtigung erhalten über den Widerruf ihrer ESTA-Genehmigung, benötigen trotz allem zur Einreise ab sofort ein US-Visum. Auch, wenn im System die ESTA-Genehmigung als noch gültig angezeigt wird.
  • Personen, die in die oben genannten Länder eingereist sind, erhalten keine E-Mail-Benachrichtigung über den Widerruf bestehender ESTA-Genehmigungen. Noch gültige ESTA-Genehmigungen verlieren aber ab sofort ihre Gültigkeit, auch wenn im System als "genehmigt" hinterlegt. Eine Visumbeantragung ist also zwingend notwendig.
  • Alle VWP-Reisenden, auch die nicht unmittelbar durch die neue Gesetzgebung betroffenen, sollten vor Reiseantritt bestehende ESTA-Anträge online auf ihre Gültigkeit prüfen.

Die U.S. Customs and Border Protection (CBP) stellt für USA-Reisende aktualisierte VWP-FAQs zur Verfügung.

Benötigen Sie Hilfe bei der Beantragung eines B-Visums, so kontaktieren Sie uns gerne unter info@usvisaservice.de. Wir senden Ihnen umgehend ein unverbindliches Angebot zur Visumabwicklung.
Wenn Sie Fragen zur visumfreien Einreise haben, helfen Ihnen unsere kompetenten Visa Consultants schnell und zuverlässig weiter:

ESTA-Infodienst (Mo-Fr 10-16 h)

0900-1-46 37 82*

* 1,99€/min aus dem dt. Festnetz / Mobilfunk abweichend 

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