H-1B Premium Processing

Schnellverfahren ausgesetzt

H-1B Premium Processing Service vorübergehend abgeschafft H-1B Premium Processing Service vorübergehend abgeschafft
03-10-2017

Die USCIS wird das Premium Processing Verfahren für H-1B Visa zeitweilig aussetzen. Was es mit dem Premium Processing Service auf sich hat und welche US-Arbeitgeber von der Aussetzung betroffen sind, wird nachfolgend erklärt. 

Am 3. März 2017, genau einen Monat bevor US-Unternehmen neue H-1B Anträge stellen können, gab die US-amerikanische Einwanderungsbehörde USCIS bekannt, dass das gern genutzte Premium Processing Verfahren für die kommende "H-1B Fiscal Year (FY) 2018 Cap Season" zeitweise ausgesetzt wird. Die Aufhebung könne bis zu sechs Monate dauern, so die USCIS. Firmen, die für ihre zukünftigen Arbeitnehmer ein H-1B Visum beantragen, sind nunmehr vom Premium Processing Verfahren ausgenommen.

Was ist Premium Processing?

Der Vorteil des Premium Processing Verfahrens ist, dass die USCIS Antragstellern eine Antwort innerhalb von 15 Tagen garantiert. Die Antwort beinhaltet in der Regel eine Bewilligung oder aber eine Nachfrage (Request For Evidence, "RFE"). Bisher wurde das Schnellverfahren "Premium Processing" mittels Formular I-907 und gegen eine Gebühr von 1.225 US-Dollar beantragt.

Welche VisumAnträge sind betroffen?

Alle neuen H-1B Anträge (Regular Cap und Master's Cap), die für das US-Steuerjahr 2018 (Fiscal Year 2018) ab dem 3. April 2017 eingereicht werden, können nicht mehr das beschleunigte Antragsverfahren nutzen.

Sollte ab dem 3. April 2017 ein H-1B Antrag bzw. Petition mit ausgefülltem I-907 Formular und Scheck in Höhe von 1.225 US-Dollar bei der US-Einwanderungsbehörde eingehen, wird die USCIS den kompletten Antrag zurückweisen und ablehnen. Es ist daher ratsam, dass Firmen ab dem 3. April 2017 neben den normalen H-1B Antragsunterlagen nur noch das Formular I-129 inklusive der Antragsgebühr in Höhe von 460 US-Dollar einreichen und von der gleichzeitigen Einreichung des Formulars I-907 absehen.

Gründe für die Premium Processing Aussetzung

Sinn und Zweck dieser neuen Maßnahme ist es, die allgemeinen Bearbeitungszeiten zu verringern. So könne sich die US-Einwanderungsbehörde auf Anträge konzentrieren, die über den normalen Weg eingereicht wurden und sich anhäufen. In den letzten Jahren gab es einen enormen Anstieg an H-1B Anträgen über Premium Processing, die es quasi verhinderten, andere normal eingereichte Anträge zu bearbeiten. Ebenso würde die temporär verhängte Aussetzung es ermöglichen, Zeit für H-1B Verlängerungsanträge zu finden, für welche die Bearbeitung aufgrund des Rückstaus mittlerweile bis zu 240 Tage betrug.

Viele Firmen haben sich in der Vergangenheit auf den Premium Processing Service verlassen, hatten somit eine recht schnelle Antwort und konnten besser und langfristiger planen. Die Aussetzung des beschleunigten Verfahrens bedeutet, dass sich Unternehmen nun auf eine Bearbeitungszeit von ca. drei bis sechs Monaten einstellen müssen. Nichtsdestotrotz, nach positivem Bescheid über eine Anfang April eingereichte H-1B Petition, kann der ausländische Arbeitnehmer frühestens sechs Monate später, also ab 01.10. des jeweiligen Jahres, seine Stelle in den USA antreten. Insofern bedeutet das Wegfallen der Premium Processing Fee nur, dass die Firma, die den Antrag stellt, länger auf die Bewilligung warten muss und somit für den Antragsteller eine kürzere Vorlaufzeit für den tatsächlichen Antritt der US-Beschäftigung hat.

Wichtig zu wissen ist, dass das Premium Processing ausschließlich für H-1B Petitionen gestoppt wird. Für andere Nichteinwanderungskategorien, bei deren Beantragung ein I-129 Formular ausgefüllt wird (z. B. L-1, O-1 oder P-1 Visa), können weiterhin das Premium Processing Verfahren nutzen.

Sobald der Premium Processing Service für H-1B Visa wieder aufgehoben wird, werden wir Sie natürlich darüber informieren.


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