L-Blanket Visum

L-1 Visa bei vorliegender L-Blanket Registrierung

Das L-Blanket Visum ermöglicht als reguläres US-Arbeitsvisum eine befristete Arbeitsaufnahme bzw. einen befristeten Einsatz von Mitarbeiter*innen in den USA. Es muss sich hierbei um einen unternehmensinternen Transfer vom ausländischen Standort zum US-Standort handeln. Neben einer klassischen Entsendung können auch beispielsweise Dienstreisende mit hoher Einreisefrequenz oder Monteur*innen diese Kategorie nutzen.

 

Was ist das L-Blanket Visum?

Basierend auf einer L-Blanket Registrierung der Unternehmensgruppe, welche bei der US-Einwanderungsbehörde (USCIS) beantragt wird, können alle in der "Blanket" aufgelisteten Unternehmenseinheiten bzw. Standorte weltweit ein vereinfachtes L-Beantragungsverfahren für ihre Mitarbeiter*innen nutzen.

Mithilfe der sogenannten L-Blanket Petition können international agierende Unternehmen mit einer hohen Entsendungsquote in die USA unter bestimmten Voraussetzungen ein vereinfachtes Beantragungsverfahren nutzen.

Im Gegensatz zum regulären L-Visumantrag (bei dem die Antragseinreichung vorab über die US-Einwanderungsbehörde erfolgen muss) kann der L-Blanket Antrag von den Mitarbeiter*innen direkt im heimischen US-Konsulat, z. B. in Deutschland, im Rahmen eines konsularischen Interviewtermins gestellt werden.

Somit entfallen zum einen

  • die hohen Antragsgebühren der USCIS,
  • die Übersetzungskosten und
  • die zeitintensive Zusammenstellung der Firmenunterlagen.

Zum anderen können durch das Vereinfachungsverfahren Einsätze von Mitarbeiter*innen kurzfristiger realisiert werden, da die aufwendige Vorabbeantragungsphase über die US-Einwanderungsbehörde entfällt.

Welche Voraussetzungen gelten beim L-Blanket Visum?

Zunächst einmal muss zwingend eine sogenannte L-Blanket Registrierung vorliegen. Darüber hinaus müssen die nachfolgenden Zugangsvoraussetzungen erfüllt werden:

  • Das L-1 Visum ist unternehmensgebunden, d. h. offiziell stellt das US-Unternehmen den Antrag für zukünftige Mitarbeiter*innen. Die ausländische Person kann mit diesem Visum ausschließlich für das US-Unternehmen tätig werden, welches den Antrag gestellt hat. Eine Ausnahme bildet einzig das sogenannte "Off-site Employment", welches den Einsatz von Mitarbeiter*innen beim Kunden unter bestimmten Voraussetzungen gestattet.
  • Beim geplanten Einsatz von Mitarbeiter*innen muss es sich um einen firmeninternen Transfer handeln. Das ausländische Unternehmen (bei dem die Mitarbeiter*innen aktuell beschäftig sind) und der US-Standort (bei dem die Mitarbeiter*innen eingesetzt werden sollen) müssen in einer qualifizierenden Verbindung stehen. Der Nachweis wird beim L-Blanket Verfahren darüber erbracht, dass beide Unternehmenseinheiten auf der L-Blanket gelistet sind.
  • Die Mitarbeiter*innen, welche das Visum erhalten sollen, müssen nachweislich innerhalb der letzten drei Jahre mindestens ein Jahr durchgängig innerhalb der Unternehmensgruppe (aber außerhalb der USA) in einem regulären Arbeitsverhältnis beschäftigt gewesen sein. Freie Mitarbeiter*innen oder beispielsweise Berater*innen qualifizieren sich nicht für diese Kategorie.
  • Es können nur solche Mitarbeiter*innen ein L-1 Visum erhalten, die während der einjährigen Beschäftigungsphase als "Manager / Executive" oder "Specialized Knowledge Professional" tätig waren. Auch bei der zukünftigen US-Tätigkeit muss es sich um eine Position als "Manager / Executive" (L-1A) oder "Specialized Knowledge Professional" (L-1B) handeln.
  • Mitarbeiter*innen, welche ein L-1 Visum erhalten, können weiterhin vom ausländischen Unternehmen bezahlt werden oder aber vom US-Standort. Ein US-Arbeitsvertrag oder ein US-Entsendungsvertrag ist nicht zwingend erforderlich, aber möglich. Auch können ausländische Arbeitsverträge für den Arbeitseinsatz weiter bestehen.

L-Blanket Visum beantragen

Für multinationale Konzerne sieht der US-Gesetzgeber die Möglichkeit eines vereinfachten Antragsverfahrens vor. So können sich bestimmte Unternehmensgruppen, die eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen, für eine L-Blanket Registrierung qualifizieren:

  • US-Standort(e) erwirtschaftet(en) Jahresumsatz von mindestens 25 Millionen US-Dollar oder
  • Beschäftigung von mindestens 1.000 Mitarbeiter*innen in den USA oder
  • mindestens 10 genehmigte, reguläre L-1 Petitionen im letzten Jahr.

Eine L-Blanket Registrierung kann in den USA bei der US-Einwanderungsbehörde (USCIS) für eine gesamte Unternehmensgruppe beantragt werden. Nach einer Bewilligung des Antrags durch die USCIS, können alle Standorte weltweit, die in der L-Blanket gelistet sind, auf das vereinfachte Verfahren zu Beantragung von L-Blanket Visa zurückgreifen.

In der Praxis bedeutet das, dass das L-1 Verfahren schneller und kostengünstiger abgewickelt werden kann, denn die Erstbeantragungsphase in den USA entfällt komplett. L-Blanket Visa-Anträge können direkt bei den US-Konsulaten beantragt werden. Antragsteller*innen müssen hierzu persönlich im Rahmen eines Interviews beim zuständigen US-Konsulat (in der Regel das des Heimatlandes der Mitarbeiter*innen) vorstellig werden.

Üblicherweise gestalten sich L-1 Anträge übrigens als zeit- und kostenintensiv, denn sie gliedern sich in zwei Beantragungsschritte: Erstantrag beim zuständigen Service-Center der US-Einwanderungsbehörde mit umfangreichen Unterlagen und in einem zweiten Schritt die Ausstellung des Visums durch das US-Konsulat.

Wie lange ist das L-Blanket Visum gültig?

L-1A Visa für Manager*innen / Executives können im Erstantrag auf maximal drei Jahre beantragt werden und in 2-Jahresschritten auf bis zu maximal sieben Jahre verlängert werden.

L-1B Visa für Spezialist*innen können im ersten Beantragungsverfahren auf maximal drei Jahre genehmigt werden, es ist jedoch nur ein Verlängerungsantrag um zwei weitere Jahre auf maximal fünf Jahre möglich.

Welches Visum erhalten Familienangehörige?

Ehepartner*nnen und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren erhalten auf Antrag für denselben Zeitraum wie die Hauptantragsteller*innen ein abgeleitetes L-2 Visum. Erreichen die Kinder die amerikanische Volljährigkeitsgrenze (21 Jahre), müssen sie ihren Nichteinwanderungsstatus wechseln oder das Land verlassen.

Ehepartner*innen können auf Antrag eine eigene Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD) erhalten, die nicht an ein bestimmtes US-Unternehmen gebunden ist.

Ehepartner*innen und Kinder können mit dem L-2 Visum private und öffentliche Bildungseinrichtungen besuchen.

Die wichtigsten Informationen zu dieser Visakategorie finden Sie auch hier, kurz zusammengefasst und kostenlos im PDF-Format zum herunterladen.

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