E-1/E-2 Visum

Erhalten Sie Antworten auf typische Fragen zum Thema Visum USA

Welche Voraussetzungen muss das Unternehmen erfüllen?

Um sich als Unternehmen/Unternehmer für ein E-1/E-2 Visum zu qualifizieren, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt werden:

  1. Ein Investoren- bzw. Außenhandelsvertrag zwischen den USA und dem Land, deren Nationalität das Unternehmen besitzt, muss bereits bestehen. Die Länder, die ein E-1/E-2 fähigen Vertrag mit den USA abgeschlossen hat findet man auf der Webseite der U.S. State Department: https://travel.state.gov/content/visas/en/fees/treaty.html
  2. Der ausländische und/oder US-Arbeitgeber muss zu mindestens 50% die Nationalität des Vertragslandes besitzen. Die Nationalität eines Unternehmens wird durch die Nationalität der Mehrheit ihrer einzelnen Inhaber bestimmt. Bei Aktiengesellschaften wird die Nationalität nach dem Land, in dem die Aktien hauptsächlich an der Börse gehandelt werden, festgelegt.
    BEISPIEL: Ein Unternehmen in mehrheitlich deutschem Besitz und einer US-Niederlassung muss beispielsweise belegen, dass der US-Standort zu mindestens 50% dem deutschen Mutterhaus angeschlossen ist. Es muss allerdings nicht zwingend ein Standort außerhalb der USA existieren. Auch ein US-Unternehmen kann sich für den E-1 Status qualifizieren, wenn sich das Unternehmen in überwiegend deutscher Hand befindet. Gleiches gilt selbstverständlich für andere Staaten. 
  3. Der Antragsteller muss Handel mit den USA betreiben (E-1) oder in die USA investieren (E-2). Unter Handel ist in diesem Zusammenhang nicht nur der Austausch von Waren zu verstehen, sondern auch der von Dienstleistungen und/oder Technologien.
  4. Der Handel muss hauptsächlich zwischen dem Vertragsland und den USA betrieben werden (also z. B. Deutschland und den USA). Der Begriff "hauptsächlich" beinhaltet, dass mehr als 50% des internationalen Handels zwischen den USA und dem Heimatland betrieben werden muss.
  5. Der Handel (E-1) oder die Investition (E-2) muss "beträchtlich" sein.
  6. Beträchtlicher Handel erfordert regelmäßige und häufige Transaktionen mit den USA. Aber der US-Gesetzgeber benennt keine konkreten Summen. Selbstverständlich liegen Erfahrungswerte vor: realistische Handelsvolumina starten für einen E-1 Antrag bei mindestens 100.000 US-Dollar.
  7. Eine beträchtliche Investition liegt ggf. vor wenn die Investition besonders hoch ist verglichen mit dem aktuellen oder eventuellen Gesamtwert des existierenden oder zu begründenden Unternehmens, die Erfolgsaussichten des Unternehmens besonders stärken und dem Investor dazu veranlassen, besonders viel Zeit und Fleiß in die Führung des Unternehmens zu stecken. Je weniger der Gesamtwert des Unternehmens, desto höher muss die Investition sein. Erfahrungsgemäß wird eine Investition von mindestens 100.000 US-Dollar erwartet, wobei eine geringere Investition bei Erfüllung der übrigen Bedingungen nicht automatisch ein Ausschlussgrund darstellt. Die Investition muss auch "aufs Spiel" gesetzt worden sein und ein hohes Einkommen in Aussicht stellen (d.h. ein Einkommen, der nicht nur die Lebensunterhaltskosten des Investors bzw. seiner Familie abdeckt sonder darüber hinaus ein wirtschaftlicher Gewinn darstellt für den Investor sowie die US Wirtschaft).
  8. Das US Unternehmen muss sein operatives Geschäft bereits aufgenommen haben und sollte im günstigen Fall bereits US-Personal beschäftigen.
Welche Anforderungen werden an die Arbeitnehmer/Geschäftsinhaber gestellt?

Auch die Mitarbeiter bzw. Geschäftsinhaber müssen ein gewisses Anforderungsprofil zum Erhalt eines E-1 Visums erfüllen:

  1. Der Antragsteller muss ein Bürger des jeweiligen Vertragslandes sein. Das heißt, ein Unternehmen, welches mehrheitlich im deutschen Besitz ist, kann ausschließlich für deutsche Staatsangehörige E-1/E-2 Anträge stellen.
  2. Ausschließlich Mitarbeiter mit geschäftsführender oder leitender Funktion, Manager oder Personen mit Spezialkenntnissen qualifizieren sich für die E-1/E-2 Kategorie.
  3. Die Arbeitnehmer müssen entweder einen deutschen oder amerikanischen Arbeitsvertrag oder Entsendungsvertrag mit dem Unternehmen vorlegen können. Das heißt, der Nachweis einer regulären Beschäftigung innerhalb der Firmengruppe muss erbracht werden.

HINWEIS: Es besteht keine Mindestbeschäftigungszeit für Mitarbeiter innerhalb der Unternehmensgruppe, wie beim L-Visum, demzufolge kann auch neues Personal über E-1/E-2 Status entsandt bzw. in den USA eingesetzt werden. Allerdings muss man auch nachweisen, dass Neuangestellte, die keine Manager oder Geschäftsführer sind, die notwendigen Spezialkenntnisse besitzen.

Welche Vorteile hat eine E-Registrierung für das Unternehmen?

Im Unterschied zu vielen anderen Arbeitsvisa erhalten nicht nur die jeweiligen Antragsteller (Mitarbeiter und/oder Firmeninhaber) ein E-1/E-2 Visum und damit eine Arbeitserlaubnis für die USA im Erstantragsverfahren – vielmehr wird das US-Unternehmen gleichzeitig bei den US-Behörden auf (in der Regel) fünf Jahre als Ganzes im US-Konsulat "registriert" (= E-Registrierung).

Welche Vorteile bietet dieses Registrierungsverfahren?
Innerhalb der nächsten fünf Jahre können weitere (ggf. auch neu eingestellte) Mitarbeiter in einem stark vereinfachten Verfahren in das US-Unternehmen entsandt bzw. dort eingesetzt werden.
So muss bei weiteren E-1/E-2 Visa-Verfahren innerhalb des bewilligten Registrierungszeitraums kein aufwendiger Antrag mehr vorab eingereicht werden. Die Mitarbeiter können direkt bei einem persönlichen Interviewtermin im zuständigen US-Konsulat ihre Unterlagen vorlegen. Das vereinfachte Verfahren bedeutet eine erhebliche Kosten- und Zeitersparnis für das Unternehmen. Gerade auch im Vergleich zum teuren L-Visaverfahren stellt der E-Status deshalb immer eine prüfenswerte Alternative dar!

Staatsangehörigkeitsbindung der E-Registrierung
Einziges Manko der E-Registrierung: Die Staatsangehörigkeitsbindung des Personals. Das heißt, deutsche Unternehmen können ausschließlich deutsche Staatsangehörige mit E-1/E-2 Visa ausstatten. Gleiches gilt für Unternehmen, die eine andere Staatsangehörigkeit besitzen. Zum Beispiel dürfte ein französisches Unternehmen nur französische Mitarbeiter mit E-1/E-2 Visa ausstatten.

Verlängerung der E-Registrierung
Nach Auslauf der E-1/E-2 Registrierung kann ein Verlängerungsantrag im US-Konsulat gestellt werden. Insofern das US-Unternehmen zu diesem Zeitpunkt bereits über mehr als 25 US-amerikanische Mitarbeiter verfügt, kann auf ein vereinfachtes Verlängerungsverfahren zurückgegriffen werden.
Sofern 25 oder weniger US-Amerikaner beschäftigt werden, muss ein kompletter Neuantrag (wie im ersten Registrierungsverfahren) im zuständigen US-Konsulat gestellt werden.
Faktisch gesehen, kann somit (solange das US-Unternehmen besteht und die Voraussetzung zum E-1 Visum weiterhin gegeben sind) die E-Registrierung unbegrenzt verlängert werden.

Wie lange ist das E-Visum gültig?

Erstmal muss man unterscheiden zwischen der Gültigkeitsdauer des Visums und der an der US-Grenze erteilten Aufenthaltsdauer (siehe FAQ Was ist der Unterschied zwischen Visum und Status?).

Gültigkeitsdauer des E-Visums
Die Gültigkeitsdauer eines E-Visums hängt von der Nationalität ab. Je nach Nationalität, wird an Hand der sogenannten Reciprocity Schedule entschieden, wie lange das Visum gültig sein wird. Zum Beispiel erhalten deutsche Staatsangehörige normalerweise ein fünfjähriges E-1 oder E-2 Visum. Aber die Ausstellung eines ein- oder zweijähriges E-Visums ist auch möglich wenn die E-Registrierung des Unternehmens begrenzt wird auf weniger als fünf Jahre.
Obwohl die Registrierung des Unternehmens in der Regel auf fünf Jahre erfolgt, kann die Registrierung auf ein oder zwei Jahre beschränkt werden, besonders wenn es sich um ein kleineres Unternehmen handelt, das nur geringe Handelsvolumina nachweisen kann. Zudem kann die Erteilung der E-1/E-2 Visa bei kleineren Unternehmen nach der noch vorliegenden Registrierungszeit richten. Bei mittelständischen bis großen Unternehmen mit einer hohen Anzahl an US-amerikanischem Personal werden die E-Visa aber zumeist auf fünf Jahre ausgestellt, egal wie lange die E-Registrierung noch gültig ist.

Aufenthaltsdauer bei Einreise in die USA
Bei Einreise in die USA entscheidet der Grenzbeamter wie lange ein E-Visum Inhaber sich in den USA aufhalten darf. Und die erlaubte Aufenthaltsdauer des E-Visum Inhabers wird auf seinem Formular I-94 vermerkt. In der Regen erhält ein E-Visum Inhaber ein zweijähriges Aufenthaltsberechtigung bei der ersten und allen weiteren Einreisen. Die Verlängerung des Aufenthalts in den USA ist unbegrenzt möglich so lange die Registrierung des US-Unternehmens vorliegt, der Mitarbeiter ein gültiges Visum besitzt und der Mitarbeiter einen (deutschen oder amerikanischen) Arbeitsvertrag oder Entsendungsvertrag innerhalb der Unternehmensgruppe nachweisen kann.

Welches Visum erhalten begleitende Familienangehörige beim E-Visum?

Begleitende Ehepartner und unverheiratete Kinder bis 21 Jahren erhalten auf Antrag einen abgeleiteten Status und somit auch ein E-1/E-2 Visum. Ehepartner mit einem E-1/E-2 Visum dürfen nach erfolgter Einreise in die USA eine Allgemeine Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD) bei der US-Einwanderungsbehörde (USCIS) beantragen und damit unabhängig von ihrem Ehepartner einer Arbeit in den USA nachgehen.
Die Arbeitserlaubnis wird auf zwei Jahre erteilt, eine Verlängerung um weitere zwei Jahre ist möglich, bis hin zur maximalen Aufenthaltsdauer des E-1/E-2 Visuminhabers.
Kinder von E-1/E-2 Inhabern können selbstverständlich Bildungseinrichtungen (Schulen/Universitäten) besuchen, jedoch darf keiner bezahlten Arbeit nachgegangen werden.

Was passiert, wenn mein E-1/E-2 Visumantrag abgelehnt wird?

In aller Regel erfahren Antragsteller bereits am Tag ihres Interviews, ob das Visum erteilt wird oder nicht.
In bestimmten Fällen erhält der Visumantragsteller nach einer gewissen Bearbeitungszeit ein Ablehnungsschreiben des Konsulats. Eine Ablehnung muss im Übrigen nicht begründet werden. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und reichen – je nach Visumkategorie – von der Unterstellung einer Einwanderungsintention, über die Vermutung der illegalen Arbeitsaufnahme bis hin zu mangelhafter Antragsdokumentation.
Ist dies erst einmal geschehen, kann meist erst nach mehreren Monaten oder sogar Jahren ein neues Visum (erfolgreich) beantragt werden. Theoretisch besteht für den Antragsteller zwar keine Wartezeit bis zur nächsten Einreichung. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass ohne eklatante Verbesserung der Voraussetzungen der jeweiligen Visumkategorie (z. B. Nachweis der Rückkehrintention ins Heimatland, finanzielle Mittel, Nachweis von beruflichem Spezialwissen etc.) eine erneute Antragstellung wenig sinnvoll erscheint.


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