I-Visum

Erhalten Sie Antworten auf typische Fragen zum Thema Visum USA

Wer qualifiziert sich für die I-Kategorie?

Das I-Visum ermöglicht es Mitarbeitern ausländischer Medienunternehmen (z. B. Rundfunk, Print, Hörfunk etc.) sich im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeit zu journalistischen Zwecken in den USA temporär aufzuhalten. Ausländische Journalisten, die für ein amerikansiches Medienbüro oder z.B. eine Zeitung in Deutschland arbeiten, können im Rahmen dieser Tätigkeit auch mit dem I-Visum in die USA reisen, um dort über Ereignisse aus den Vereinigten Staaten für ein "Publikum" im Ausland zu berichten ("Korrespondenten"). 

Freischaffende Journalisten/innen und Mitarbeiter unabhängiger Produktionsfirmen – angestellt oder als Freelancer - können ebenso für ein I-Visum in Betracht kommen, wenn sie bei einem ausländischen Medienunternehmen für den Einsatz in den USA unter Vertrag stehen und regelmäßige (Honorare) Aufträge aus der Vergangenheit nachweisen können.

In der Regel verlangt das US-Konsulat bei der Beantragung im Übrigen die Vorlage eines gültigen Presseausweises.

Der Antragsteller muss während des gesamten Aufenthaltes beim ausländischen Medienunternehmen beschäftigt/unter Vertrag bleiben. Er darf keine Entgelte von der US-Seite bzw. einem US-Unternehmen erhalten und muss nach seinem Aufenthalt zu seinem ursprünglichen Arbeitsplatz bzw. Heimatland zurückkehren. Die Anbindung an ein ausländisches Medienbüro ist also unerlässlich.

Welche Form der journalistischen Tätigkeit ist zulässig?

Personen, welche an der Produktion und Verbreitung von Filmen/Reportagen/Artikeln etc. arbeiten, erfüllen nur dann die Zugangsvoraussetzungen für ein I-Visum, wenn die Aktivität zur Verbreitung von Informationen oder Nachrichten dient und die Hauptfinanzierungsquelle sowie der wichtigste spätere „Verbreitungssort“ außerhalb der USA liegen. Das publizierte Material muss demzufolge dokumentarischer Natur sein! 

Ausschließlich kommerzielle Projekte oder beispielsweise Werbeaufnahmen qualifizieren sich nicht für ein I-Visum. In diesen Fällen wird ein Arbeitsvisum (z.B. O oder H-Visum) benötigt.

WICHTIG: Journalisten bzw. Medienvertreter brauchen nicht für jede US-Reise ein I-Visum nur wegen ihrem Status als Journalisten. Reist beispielsweise ein Redakteur ausschließlich zu einer kurzen Besprechung in die USA, so muss (je nach Staatsangehörigkeit) nicht automatisch ein I-Visum beantragt werden. Das wird erst dann notwendig, wenn die journalistische Aktivität in den USA z.B. im Rahmen einer konkreten Berichterstattung im Auftrag eines ausländischen Medienunternehmens erfolgt. Nicht die reine Berufsbezeichnung als Journalist, sondern der konkrete Aufenthaltszweck entscheidet darüber, ob Medienvertreter ein Visum benötigen und wenn ja, welches.

Wie lange ist das I-Visum gültig?

Die Gültigkeitsdauer eines I-Visums hängt von der Nationalität ab. Je nach Nationalität, wird an Hand der sogenannte Reciprocity Schedule entschieden, wie lange das Visum gültig sein wird. Zum Beispiel erhalten deutsche Staatsangehörige ein fünfjähriges I-Visum. Aber das Visum ist zu unterscheiden vom Aufenthaltsstatus (siehe FAQ Was ist der Unterschied zwischen Visum und Status?).

Inhaber eines I-Visums dürfen normalerweise in den USA bleiben bis ihre journalistische Tätigkeit (bzw. "assignment") zu Ende ist. Bei einem festen Enddatum (z.B. Berichterstattung über die US Open), wird das entsprechende Enddatum des erlaubten US-Aufenthalts ggf. auf dem Formular I-94 vermerkt. 

Wenn ein Enddatum nicht feststeht, darf der Journalist bleiben solange er seine journalistischen Tätigkeit ausübt. Die unbestimmte (bzw. Tätigkeitsbezogene) Aufenthaltsdauer wird durch das eintragen der Buchstaben "D/S" (duration of status) in den Reisepass und das Formular I-94 vermerkt.   

Wie stelle ich einen Antrag auf ein I-Visum?

Anträge für ein I-Visum werden bei einem US-Konsulat der Vereinigten Staaten im Heimatland (nicht Herkunftsland) gestellt.

Im Allgemeinen erfolgt die Beantragung eines US-Visums in dem Land, wo sich der aktuelle Lebensmittelpunkt befindet. In Deutschland können Sie beispielsweise im US-Konsulat Frankfurt / Main, Berlin oder München einen Antrag stellen. In Österreich ist das Generalkonsulat in Wien für Sie zuständig, in der Schweiz das US-Konsulat in Bern.

WICHTIG: Seit dem Jahr 2001 besteht eine persönliche Erscheinungspflicht ausnahmslos aller Antragsteller im Alter von 14 bis 79 Jahren. Das heißt, alle Visumantragsteller in diesem Alter müssen bei einem persönlichen Interview im US-Konsulat ihren Antrag stellen. Es werden vorab keine Unterlagen postalisch eingereicht (Ausnahme: Altersgruppen unter 14 und über 79 Jahre, hier erfolgt der Antrag via Post). Eine weitere Ausnahme bildet derzeit das seit 2011 in einigen US-Konsulaten eingeführte Visa Reissuance Program.

Seit dem 14.12.2013 gibt es ein neues Verfahren für die Bearbeitung von US-Nichteinwanderungsvisa. Alle Antragsteller eines Nichteinwanderungsvisums müssen neben dem Online-Antrag DS-160 ab sofort ein Profil auf der Website des neuen Visa-Informationsdienstes CGI Stanley anlegen zwecks Terminvereinbarung und Zahlung der Visabearbeitungsgebühr.

In einem ersten Schritt nehmen Sie die Zahlung der Visagebühr vor (bitte beachten Sie, dass die Antragsgebühr bei Ablehnung Ihres Visums nicht zurückerstattet wird). Die Gebühr kann per Online-Banküberweisung, SOFORT-Überweisung (elektronische Überweisung), Kreditkarte oder in Bar bei einer Bank gezahlt werden. In der Regel erhalten Sie per E-Mail Bescheid, dass der Zahlungseingang erfolgt ist und Ihr Account freigeschaltet wurde, so dass die Terminvereinbarung vorgenommen werden kann.

Die Interviewterminvereinbarung muss entweder online auf der CGI Stanley Website oder telefonisch über das CGI Callcenter unter der Rufnummer +49 (0)32221093243 vorgenommen werden. Wenn Sie den Termin online über Ihr Profil vereinbaren, haben Sie die Möglichkeit die noch freien Termine der US-Konsulate in Berlin, Frankfurt/Main und München in einem Kalender einzusehen. Anschließend erhalten Sie eine "Appointment Confirmation", d. h. eine Terminbestätigung inklusive dem Zahlungsnachweis über die Visumantragsgebühr. Terminverschiebungen bzw. -absagen sind möglich. Wenn Sie Ihren Termin mehr als zweimal verschieben, müssen Sie jedoch den gesamten Prozess von vorn durchlaufen und erneut die Visagebühr entrichten. Die aktuellen Gebühren finden Sie auf der offiziellen Website des U.S. State Department. Bei Ablehnung Ihres Visums wird die Gebühr nicht zurückerstattet.

Zu den Hauptreisezeiten (Sommer- und Wintermonate) können leicht Wartezeiten von bis zu vier Wochen entstehen. Bemühen Sie sich bitte rechtzeitig um einen Termin, denn die US-Beamten können und werden keine Rücksicht auf individuelle Reisepläne nehmen. 

Bitte bereiten Sie Ihren Antrag sorgfältig vor, da die Anträge durchaus streng geprüft werden. Grundsätzlich müssen Antragsteller das gängige Antragsformular DS-160 und die "Appointment Confirmation" mitsichführen und ihre festen beruflichen und privaten Bindungen ans Heimatland (nicht USA!) sowie ihre Rückkehrabsichten ins Heimatland belegbar nachweisen. Darüber hinaus sollten Belege zum konkreten Aufenthaltszweck (journalistische Tätigkeit in den USA) sowie ein Presseausweis vorgelegt werden.

Sollte der Konsularbeamte Grund zur Annahme haben, dass z. B. eine Einwanderungsintention besteht oder Sie eine (illegale) Arbeit in den USA aufnehmen möchten, wird man Ihrem Gesuch mit Sicherheit nicht stattgeben.

Bitte beachten Sie, dass Ihr Reisepass am Tag des Interviews im US-Konsulat einbehalten und nach einer Bearbeitungszeit von ca. 1-2 Wochen per Einschreiben an eine deutsche Adresse zugestellt wird. Eine persönliche Abholung des Visums oder eine Ausstellung am gleichen Tag sind nicht möglich!

Erlaubt das I-Visum die Arbeitsaufnahme bei US-Unternehmen?

Das I-Visum berechtigt nicht zur Arbeitsaufnahme bei einem US-Medienunternehmen. Es erlaubt lediglich die beruflichen Aktivitäten im Rahmen eines Arbeitseinsatzes für einen Arbeitgeber lokalisiert außerhalb der Vereinigten Staaten.

Journalisten, die beauftragt sind, an kommerziellen Filmprojekten der US-Unterhaltungsindustrie oder einer ausländischen Produktionsgesellschaft zu arbeiten, benötigen ein entsprechendes Arbeitsvisum (O-, oder H-Visum).

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum I-Visum die Vorbereitung und Durchführung für eine O- oder H-Kategorie mehrere Wochen bzw. Monate dauern kann. Das Verfahren sollte also möglichst frühzeitig begonnen werden. Eine Einreise - als zeitliche Alternative - auf der visumfreien Einreise und ein späterer Statuswechsel auf ein Arbeitsvisa ist genauso wenig zulässig, wie die Nutzung eines meist schneller zu erhaltenden B-Visums.

Was passiert, wenn mein I Visumantrag abgelehnt wird?

In aller Regel erfahren Antragsteller bereits am Tag ihres Interviews, ob das Visum erteilt wird oder nicht.
In bestimmten Fällen erhält der Visumantragsteller nach einer gewissen Bearbeitungszeit ein Ablehnungsschreiben des Konsulats. Eine Ablehnung muss im Übrigen nicht begründet werden. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und reichen – je nach Visumkategorie – von der Unterstellung einer Einwanderungsintention, über die Vermutung der illegalen Arbeitsaufnahme bis hin zu mangelhafter Antragsdokumentation.
Ist dies erst einmal geschehen, kann meist erst nach mehreren Monaten oder sogar Jahren ein neues Visum (erfolgreich) beantragt werden. Theoretisch besteht für den Antragsteller zwar keine Wartezeit bis zur nächsten Einreichung. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass ohne eklatante Verbesserung der Voraussetzungen der jeweiligen Visumkategorie (z. B. Nachweis der Rückkehrintention ins Heimatland, finanzielle Mittel, Nachweis von beruflichem Spezialwissen etc.) eine erneute Antragstellung wenig sinnvoll erscheint.

Welches Visum erhalten begleitende Familienangehörige beim I-Visum?

Begleitende Ehepartner und unverheiratete Kinder bis 21 Jahren erhalten auf Antrag einen abgeleiteten Status und somit auch ein I-Visum. Mit diesem Visum ist es den Ehepartnern allerdings nicht gestattet zu arbeiten, d. h. der Erwerb einer Allgemeinen Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD) in den USA ist ausgeschlossen (im Gegensatz zu anderen Kategorien wie L-1 oder E-1/E-2).

Kinder und Ehepartner von I-Inhabern können selbstverständlich Bildungseinrichtungen (Schulen/Universitäten) besuchen, jedoch darf keiner bezahlten Arbeit nachgegangen werden.

 


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