L-1 Visum

Erhalten Sie Antworten auf typische Fragen zum Thema Visum USA

Wird ein US-Arbeitsplatzangebot benötigt?

Arbeitsvisa für die Vereinigten Staaten können i.d.R. nicht ohne konkretes US-Arbeitsplatzangebot beantragt werden. Offizieller Antragsteller ("Petitioner") ist das US-Unternehmen der Unternehmensgruppe für den zukünftigen Mitarbeiter ("Beneficiary"). Eine eigenständige Petition durch den ausländischen Arbeitnehmer ist nicht möglich. Beim L-1 Visumantragsprozess sind mindestens zwei Unternehmenseinheiten der Firmengruppe involviert - der ausländische Arbeitgeber, sowie der US-Standort.

Welche Voraussetzungen muss der ausländische Arbeitnehmer mitbringen?

Wie bei allen anderen US-Arbeitsvisa, unterliegt auch die L-1 Kategorie strengen Zugangsvoraussetzungen. Um den gesetzlichen Bestimmungen gerecht zu werden, muss der ausländische Mitarbeiter, der am US-Standort eingesetzt wird, folgende Nachweise erbringen können:

  1. Der Arbeitnehmer muss mindestens ein Jahr innerhalb der letzten drei Jahre vor der Antragstellung in der Unternehmensgruppe außerhalb der USA regulär beschäftigt gewesen sein. Berater- oder Freelancerverträge sind nicht zulässig.
    HINWEIS: Geschäftliche (längere) Aufenthaltszeiten in den USA werden von der einjährigen Beschäftigungszeit abgezogen (beispielsweise unter B-1 Status)!
  2. Es qualifizieren sich nur solche Mitarbeiter für ein L-1 Visum, die während der mindestens einjährigen Beschäftigungsphase als Manager, Executive oder Spezialist am Unternehmensstandort tätig waren bzw. sind und auch am zukünftigen US-Standort als Manager, Executive oder Spezialist tätig sein werden.
  • Executives: Führungskräfte, die die strategische Planung, Organisation, Kontrolle und Leitung für das Unternehmen oder eine wichtige Unternehmenseinheit mit Personalverantwortung übernehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Führungskompetenz (z. B. CEO, CFO, President, Vice President)
  • Manager: Person, die die täglich anfallenden Organisationsaufgaben, einer Abteilung oder die Funktionsweise der Organisation ("day-by-day-operations") lenkt. Personalverantwortung ist in der Regel gegeben, aber keine zwingende Voraussetzung. Der Schwerpunkt liegt auf der Organisations- und Managementkompetenz (z. B. Project Manager, Sales Manager, Marketing Manager).
  • Spezialist: Mitarbeiter, der über besondere und umfassende Kenntnisse zu unternehmensinternen Produkten, Prozessen, Techniken und Abläufen verfügt. Das Spezialwissen darf nicht generell auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Welche Anforderungen muss das Unternehmen erfüllen?

Da sich L-1 Visa auf einen firmeninternen Mitarbeitertransfer beziehen, muss belegt werden, dass zwischen dem ausländischen Standort, an dem der Mitarbeiter aktuell beschäftigt ist und dem US-Standort (als „aufnehmende“ Unternehmenseinheit) eine qualifizierende Verbindung besteht.

Beide, das US-Unternehmen und die ausländische Firma müssen über die Eigentumsverhältnisse mehrheitlich miteinander verbunden sein. Alternativ kann der Nachweis erbracht werden, dass sich die Kontrolle über beide Firmen in den Händen dergleichen Person - natürlich oder juristisch - befindet. Es spielt im Übrigen keine Rolle, wo die Muttergesellschaft lokalisiert ist (USA oder Ausland).

Beispiele einer "qualifying relationship" sind:

  • Transfer von Mutter- zur Tochtergesellschaft
  • Transfer von Tochter- zur Muttergesellschaft
  • Transfer zwischen zwei Schwestergesellschaften

Auch andere Konstellationen sind denkbar.

Das US-Unternehmen muss nachweislich bereits mindestens 1 Jahr aktiv am US-Markt tätig sein ("doing business"). Ausnahme: L-1 "New Office".

Was beinhaltet die Unterscheidung zwischen L-1A und L-1B Visum?

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen L-1A Visa-Anträgen für Manager/Executives und L-1B Visa-Anträgen für Spezialisten.

Um welche Kategorie es sich handelt, orientiert sich an der zukünftigen Tätigkeit des Mitarbeiters am US-Standort (nicht an der aktuellen Tätigkeit).

Die Grenzen zwischen den einzelnen Kategorien können durchaus fließend sein. Es muss im Einzelfall entschieden werden, unter welcher Kategorie der L-1 Transfer stattfinden soll. L-1B Anträge unterliegen in der Regel einer strengeren Überprüfung.

Der maximale Aufenthalt unter L-1A Status beläuft sich auf bis zu 7 Jahre, L-1B Visuminhaber können sich bis zu maximal 5 Jahre in den USA aufhalten.

Gibt es Besonderheiten beim Mitarbeitereinsatz in neu gegründeten US-Firmen ("New Office")?

Die Kategorie ermöglicht den Transfer von Personal auch in einen "neu eröffneten" US-Standort (noch nicht 1 Jahr operativ am US-Markt tätig). Die US-Behörden benötigen in diesem Fall, über die üblichen L-Anforderungen hinaus, zusätzliche Informationen. So z.B. den Nachweis über den Kauf oder die Anmietung von Büroflächen, die besonderen Fähigkeiten des Antragstellers im Gründungsprozess, die wirtschaftliche Lage der Mutterfirma sowie geeignete Business-Pläne für das US-Vorhaben. Insbesondere die zukünftige US-Personalpolitik ist für die amerikanischen Beamten interessant.

L-1 "New Office" Anträge werden im Erstantrag auf maximal 1 Jahr bewilligt, können dann aber auf bis zu maximal fünf (L-1B) oder sieben (L-1A) Jahre verlängert werden.

Wie kann das vereinfachte Beantragungsverfahren (L-Blanket) erwirkt werden?

Für international agierende Unternehmen mit einer hohen Entsendungsquote in die USA, stellt das komplexe Beantragungsverfahren von L-Visa einen nicht unerheblichen Zeit- und Kostenfaktor dar.

Die US-Vorschriften sehen jedoch für große Konzerne die Möglichkeit einer deutlichen Vereinfachung des gesamten Verfahrens vor - die so genannte L-Blanket Petition.

Muss bei einem regulären L-Visa Antrag immer vorab eine Einreichung über die US-Einwanderungsbehörde (USCIS) erfolgen, entfällt dieser Schritt im Rahmen des L-Blanket Verfahrens. Das bedeutet, der L-Blanket Antrag kann vom Mitarbeiter direkt bei einem Interviewtermin im heimischen US-Konsulat gestellt werden.

Dies birgt gleich zwei entscheidende Vorteile in sich:

Zum einen entfallen die hohen Antragsgebühren der USCIS, sowie Übersetzungskosten und die zeitraubende Zusammenstellung der Firmenunterlagen. Zum anderen können durch das Vereinfachungsverfahren Mitarbeitereinsätze kurzfristiger realisiert werden.

Die L-Blanket steht allerdings nur Unternehmen zur Verfügung, die folgende Punkte erfüllen können:

  • Der Konzern, bzw. die Unternehmensgruppe muss über mindestens drei Standorte international verfügen (davon mindestens einer in den USA). Wo sich das Headquarter befindet, spielt keine Rolle.
  • Das Unternehmen muss gewerblichen Handel betreiben oder anderweitige gewerbliche Dienstleistungen anbieten.
  • Das US-Unternehmen muss seit mindestens einem Jahr bestehen, bzw. geschäftlich tätig sein.

Darüber hinaus muss das US-Unternehmen mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • US-Belegschaft von mindestens 1.000 Arbeitnehmern
  • Bewilligung von mehr als 10 (regulären) L-Visa Anträgen innerhalb der letzten 12 Monate
  • Jahresumsatz von mindestens 25 Millionen US-Dollar (aller US-Standorte)

Insofern der Konzern diese Punkte erfüllen kann, erfolgt ein Genehmigungsverfahren für die Nutzung auf L-Blanket bei der US-Einwanderungsbehörde (USCIS).

Basierend auf einer L-Blanket Registrierung der Unternehmensgruppe (erteilt durch die USCIS) können alle in der Blanket aufgelisteten Standorte weltweit das vereinfachte Beantragungsverfahren für Mitarbeiter nutzen.

Welche Gültigkeitsdauer besitzt die L-1 Kategorie?

Der Erstbewilligungszeitraum für L-1A und L-1B Visa liegt bei maximal drei Jahren. Ausnahme: Mitarbeitereinsatz in einem neu gegründeten US-Standort - hier wird lediglich im Erstantrag eine einjährige Aufenthaltszeit genehmigt.

Verlängerungen (auf Antrag) sind in 2-Jahres-Schritten möglich.

L-1A Visuminhaber können bis zu insgesamt maximal sieben Jahre in den USA eingesetzt werden (durch zweimalige Verlängerung).

Arbeitnehmer unter L-1B Status jedoch nur auf maximal fünf Jahre.

WICHTIG: Hat eine Person als L-1 Transferee die maximal zulässige Aufenthaltsdauer (also fünf oder sieben Jahre) in den USA ausgeschöpft, kann keine weitere Verlängerung beantragt werden. Die Einreise in die Vereinigten Staaten auf der Grundlage eines neuen H- oder L-Status ist solange nicht möglich, bis die Person mindestens ein ganzes Jahr außerhalb der USA gelebt hat.

Ein Wechsel auf die E-1 oder E-2 Kategorie ist allerdings ohne Wartezeit möglich.

Was passiert, wenn mein L-1 Visumantrag abgelehnt wird?

In aller Regel erfahren Antragsteller bereits am Tag ihres Interviews, ob das Visum erteilt wird oder nicht.
In bestimmten Fällen erhält der Visumantragsteller nach einer gewissen Bearbeitungszeit ein Ablehnungsschreiben des Konsulats. Eine Ablehnung muss im Übrigen nicht begründet werden. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und reichen – je nach Visumkategorie – von der Unterstellung einer Einwanderungsintention, über die Vermutung der illegalen Arbeitsaufnahme bis hin zu mangelhafter Antragsdokumentation.
Ist dies erst einmal geschehen, kann meist erst nach mehreren Monaten oder sogar Jahren ein neues Visum (erfolgreich) beantragt werden. Theoretisch besteht für den Antragsteller zwar keine Wartezeit bis zur nächsten Einreichung. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass ohne eklatante Verbesserung der Voraussetzungen der jeweiligen Visumkategorie (z. B. Nachweis der Rückkehrintention ins Heimatland, finanzielle Mittel, Nachweis von beruflichem Spezialwissen etc.) eine erneute Antragstellung wenig sinnvoll erscheint.

Existiert für L-Visa eine zahlenmäßige Begrenzung ("Cap")?

Für L-1 Anträge gibt es keine Limitierung durch den Gesetzgeber - im Gegensatz zur H-1B Visa Kategorie. Das heißt, eine Antragsstellung kann zu jedem Zeitpunkt erfolgen und Visa stehen immer ausreichend zur Verfügung.

Welches Visum erhalten begleitende Familienangehörige beim L-1 Visum?

Begleitende Ehepartner und unverheiratete Kinder bis 21 Jahren erhalten auf Antrag einen abgeleiteten Status und damit ein L-2 Visum. Mit einreisende Ehepartner können mit diesem Visum eine Allgemeine Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD) in den USA nach erfolgter Einreise bei der US-Einwanderungsbehörde (USCIS) beantragen und damit unabhängig von ihrem Ehepartner einer Arbeit in den USA nachgehen.

Kinder von L-1 Inhabern können selbstverständlich Bildungseinrichtungen (Schulen/Universitäten) besuchen, jedoch darf keiner bezahlten Arbeit nachgegangen werden.

 

Ist ein Statuswechsel innerhalb der USA auf L-Visum möglich?

Nicht selten müssen Mitarbeitereinsätze recht kurzfristig realisiert werden. Da die Beantragung eines Arbeitsvisums leider einige Wochen in Anspruch nehmen kann, muss häufig eine Übergangslösung realisiert werden.

Viele Unternehmen entscheiden sich deshalb dafür, den Arbeitnehmer über die B-1 Visa-Kategorie vorab an den US-Standort zu senden. Es ist wichtig zu betonen, dass die B-1 Kategorie keine Arbeitsgenehmigung für die USA beinhaltet. Es legitimiert lediglich den Mitarbeiter zu beispielsweise Abstimmungsgesprächen, Meetings oder Verhandlungen am US-Standort.

Insofern sich der Mitarbeiter bereits unter einem gültigen Visum in den Vereinigten Staaten aufhält, so kann ein Statuswechsel (ohne Ausreise aus den USA) auf die L-1 Kategorie theoretisch vorgenommen werden.

Es ist allerdings nicht möglich, auf Grundlage der visafreien Einreise einen Antrag auf Arbeitserlaubnis zu stellen. Zudem werden nicht alle Wechsel innerhalb unterschiedlicher Kategorien akzeptiert.

Der Antrag auf Statuswechsel, falls überhaupt möglich oder sinnvoll, wird gleichzeitig mit der L-1 Petition beim Service-Center der US-Einwanderungsbehörde gestellt.

WICHTIG: Es muss dringend bei einem Statuswechsel darauf geachtet werden, dass für eine Aus- und Wiedereinreise in jedem Fall ein gültiges L-1 Visum vorliegt (siehe Konsularverfahren). Hintergrund: Die USCIS erteilt lediglich die Zustimmung auf den L-1 Status, nicht jedoch das US-Visum (in den Reisepass). Diese Eintragungen nehmen ausschließlich die US-Konsulate im Ausland vor.

Der Statuswechsel ist also NICHT gleich Visum. Bei Verlassen der Vereinigten Staaten und erneuter Einreise ohne gültiges Visum, wird die Einreise verweigert.

Der Antrag ist, abweichend von anderen Nichteinwanderungsvisa, auch in den an die USA angrenzenden Ländern wie Mexiko oder Kanada bei den dortigen US-Konsulaten prinzipiell möglich.

Ansonsten wird in aller Regel die Beantragung im heimischen US-Konsulat vorgenommen.


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