O-1 Visum

Erhalten Sie Antworten auf typische Fragen zum Thema Visum USA

Welche Voraussetzungen muss der ausländische Arbeitnehmer mitbringen?

Das O-Visum steht für Personen mit "außergewöhnlichen Fähigkeiten" in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Sport oder auf dem Gebiet der Kunst bzw. der Film- und Fernsehindustrie zur Verfügung. "Außergewöhnliche Fähigkeiten" bedeuten in diesem Zusammenhang u.a., dass die Person

  • über ein besonders hohes Niveau an Fähig- und Fertigkeiten in ihrem Fachgebiet verfügt
  • ein weit überdurchschnittliches Niveau an Ausbildung innerhalb der Branche vorweisen kann
  • über eine breite Anerkennung der beruflichen Leistungen innerhalb des Fachgebietes verfügt
  • zur Spitze in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet zählt
Was beinhaltet die Unterscheidung zwischen O-1A und O-1B Visum?

Die US-Behörden unterscheiden in O-1A und O-1B Visa.

Für O-1A Visa qualifizieren sich Personen, die über außergewöhnliche Fähigkeiten auf dem Gebiet der Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft oder des Sports verfügen.

Für O-1B Visa qualifizieren sich Personen, die über außergewöhnliche Fähigkeiten auf dem Gebiet der Kunst verfügen oder außergewöhnliche Leistungen im Bereich der Film- und Fernsehindustrie erbracht haben.

Wie erfolgt der Nachweis der "Extraordinary Ability" beim O-1A Visum?

O-1A Visa können von Personen erworben werden, die auf dem Gebiet der Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft oder des Sports über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen. Diese führende Stellung wird zum Beispiel durch internationale Auszeichnungen (Nobelpreis, Olympiasieg etc.) belegt.

Da solche besonderen Prämierungen natürlich nur selten vergeben werden, kann der Nachweis auch über einen Kriterienkatalog erfolgen.

Für das O-1A Visum (Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Sport) müssen mindestens drei der nachfolgenden Kriterien erfüllt werden:

  • Erhalt eines anerkannten (nationalen/internationalen) Preises für besondere Leistungen im Arbeitsgebiet
  • Mitgliedschaft in nationalen Vereinigungen mit entsprechender Reputation, welche hervorragende Leistungen fördern
  • Veröffentlichungen über die betreffende Person in (Fach-)Zeitschriften und handelsüblichen Publikationen
  • Beiträge von außerordentlicher Bedeutung für das jeweilige Arbeitsgebiet
  • Autorenschaft wichtiger Artikel in Fachzeitschriften oder Handelspublikationen
  • Ein überdurchschnittlich hohes Gehalt oder andere Vergütungen aufgrund dieser Leistungen
  • Teilnahme als Juror bei der Bewertung der Arbeit anderer Fachleute im jeweiligen Arbeitsgebiet
  • Beiträge zur Arbeit von Organisationen, die selber einen hervorragenden Ruf genießen

Falls eine oder mehrere der oben angegebenen Kriterien nicht direkt auf den Antragsteller zutreffen, kann er/sie auch andere vergleichbare Unterlagen zum Nachweis seiner/ihrer außergewöhnlichen Fähig- und Fertigkeiten auf dem jeweiligen Arbeitsgebiet vorlegen.

Wird ein US-Arbeitsplatzangebot benötigt?

Arbeitsvisa für die Vereinigten Staaten müssen normalerweise mit einem konkreten Arbeitsplatzangebot verknüpft sein. Zudem erfolgt die Antragsstellung normalerweise durch den US-Arbeitgeber ("Petitioner") und nicht durch den ausländischen Arbeitnehmer ("Beneficiary"). 

Bei der O-Visa Beantragung existiert allerdings eine Besonderheit:

Nicht nur amerikanische Unternehmen können als Antragssteller fungieren, sondern auch US-Agenten. Dies birgt den Vorteil für den ausländischen Arbeitnehmer, über die US-Agentur für unterschiedliche Auftraggeber tätig werden zu können (z.B. bei Künstlern). Erfolgt die Beantragung durch ein US-Unternehmen, ist der O-Visa Inhaber an diese Firma gebunden.

Wie erfolgt der Nachweis der "Extraordinary Ability" beim O-1B Visum?

O-1B Visa können von Personen erworben werden, die auf dem Gebiet der Kunst oder im Bereich der Film- und Fernsehindustrie über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen. Diese führende Stellung wird zum Beispiel durch internationale Auszeichnungen oder Nominierungen (Oscar, Grammy, Emmy etc.) belegt.

Da solche besonderen Prämierungen natürlich nur selten vergeben werden, kann der Nachweis auch über einen Kriterienkatalog erfolgen.

Für das O-1B Visum müssen mindestens drei der nachfolgenden Kriterien erfüllt werden:

  • Vergangene oder zukünftige Engagements als Hauptdarsteller(in) oder in tragenden Nebenrollen in herausragenden Produktionen oder sonstigen bedeutenden künstlerischen "Highlights"
  • Nationale oder internationale Anerkennung für Leistungen in dem jeweiligen Arbeitsgebiet
  • Engagements in einer Haupt- oder tragenden Nebenrolle, die von bedeutenden gesellschaftlichen Organisationen oder Einrichtungen positive Kritiken erhielten
  • Nachweis von bedeutsamen kommerziellen "Kassenschlagern" oder von der Kritik gefeierten Erfolgen im jeweiligen Arbeitsgebiet
  • Anerkennung von Leistungen im entsprechenden Arbeitsgebiet durch anerkannte Fachleute
  • Früheres oder gegenwärtig überdurchschnittlich hohes Einkommen oder andere Formen der Vergütung

Falls eine oder mehrere der oben angegebenen Kriterien nicht direkt auf den Antragsteller zutreffen, kann er/sie auch andere vergleichbare Unterlagen zum Nachweis seiner/ihrer außergewöhnlichen Fähig- und Fertigkeiten auf dem jeweiligen Arbeitsgebiet vorlegen.

Wer kann sich für ein O-2 Visum qualifizieren?

Künstler oder Sportler, die von herausragender Fähigkeiten sind oder herausragende Leistungen erbracht haben, dürfen ggf. bei ihren Engagements/Aktivitäten in den USA begleitet bzw. unterstützt werden von essentiellen Mitarbeiter. Das O-2 Visum bleibt allerdings ausschließlich Assistenten von Künstlern, Sportathleten sowie Film- und Fernsehschaffenden vorbehalten!

Welche Gültigkeitsdauer besitzt die O-1 Kategorie?

Die Gültigkeitsdauer eines O-1 Visums hängt von der Nationalität des Antragstellers ab. Je nach Nationalität, wird an Hand der sogenannte Reciprocity Schedule entschieden, wie lange das Visum gültig sein wird. Aber das Visum ist zu unterscheiden vom Aufenthaltsstatus, bzw. Aufenthaltsdauer (siehe FAQ Was ist der Unterschied zwischen Visum und Status?).

Bei der ersten Einreise in die USA erhält der Inhaber eines O-1 Visums eine Aufenthaltsdauer von maximal drei Jahren. Die tatsächlich erteilte Aufenthaltsdauer hängt von dem in Petition angegebenen Projektzeitraum ab. Ein O-1 Visum Inhaber darf sich auch 10 Tage vor und 10 Tage nach dem Projektzeitraum in den USA aufhalten, jedoch nur innerhalb dem Projektzeitraum arbeiten.

Verlängerungen der Aufenthaltsdauer

Verlängerungen auf Antrag sind faktisch ohne Begrenzung in Zeitabschnitten bis zu einem Jahr möglich, aber nur solange das ursprüngliche Projekt oder Aktivität besteht. Das Aufnehmen ein neues Projekt oder Aktivität erfordert eine neue Petition anstatt eine Verlängerung. 

Wie wird der Nachweis des "No Objection Letters" bzw. der "Advisory Opinion" erbracht?

Zum Erhalt des O-Visums ist eine Advisory Opinion (auch „No-Objection-Letter“ genannt) normalerweise erforderlich. Dieses Gutachten wird in der Regel vom zuständigen US-Berufsverband oder einer US-Gewerkschaft/Berufsorganisation ausgestellt. Das Gutachten bescheinigt die außergewöhnliche Fähigkeit oder Leistungen der Person, bzw. bestätigt, dass keine Einwände gegen die Beschäftigungsaufnahme bestehen.

Bei Personen mit außergewöhnlichen Leistungen, die in der US Film- oder Fernsehbranche arbeiten werden, sind zwei Advisory Opinion notwendig:

  • Eine von einer zuständigen Gewerkschaft und
  • Eine von einer zuständigen "Management Organisation"

Wann wird eine Advisory Opinion nicht verlangt?

  • Steht kein geeigneter US-Berufsverband oder Gewerkschaft zur Verfügung, kann auch ein Gutachten von geeigneten Experten ("recognized authorities") eingereicht werden.
  • Wenn eine Person mit "extraordinary ability in the field of arts" seinen Aufenthaltsstatus verlängern möchte, um das ursprüngliche Projekt oder Aktivität nachzugehen, darf sie auch die ursprüngliche Advisory Opinion wieder einreichen, solange diese weniger als zwei Jahre alt ist.

 

Welches Visum erhalten begleitende Familienangehörige beim O-1 Visum?

Begleitende Ehepartner und unverheiratete Kinder bis 21 Jahren erhalten auf Antrag einen abgeleiteten Status und damit ein O-3 Visum. Mit diesem Visum ist es den Ehepartnern allerdings nicht gestattet zu arbeiten, d. h. der Erwerb einer Allgemeinen Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD) in den USA ist ausgeschlossen (im Gegensatz zu anderen Kategorien wie L-1 oder E-1/E-2).

Kinder und Ehepartner von O-1 Inhabern dürfen aber ein Voll- oder Teilzeitstudium aufnehmen und alle Bildungseinrichtungen (Schulen/Universitäten) besuchen.

 

Existiert für O-Visa eine zahlenmäßige Begrenzung ("Cap")?

Für O-Visa Anträge ist keine Limitierung von Seiten des Gesetzgebers vorgesehen - im Gegensatz zur H-1B Kategorie. Das heißt, eine Antragsstellung kann zu jedem Zeitpunkt erfolgen.

Was passiert, wenn mein O-1 Visumantrag abgelehnt wird?

In aller Regel erfahren Antragsteller bereits am Tag ihres Interviews, ob das Visum erteilt wird oder nicht.
In bestimmten Fällen erhält der Visumantragsteller nach einer gewissen Bearbeitungszeit ein Ablehnungsschreiben des Konsulats. Eine Ablehnung muss im Übrigen nicht begründet werden. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und reichen – je nach Visumkategorie – von der Unterstellung einer Einwanderungsintention, über die Vermutung der illegalen Arbeitsaufnahme bis hin zu mangelhafter Antragsdokumentation.
Ist dies erst einmal geschehen, kann meist erst nach mehreren Monaten oder sogar Jahren ein neues Visum (erfolgreich) beantragt werden. Theoretisch besteht für den Antragsteller zwar keine Wartezeit bis zur nächsten Einreichung. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass ohne eklatante Verbesserung der Voraussetzungen der jeweiligen Visumkategorie (z. B. Nachweis der Rückkehrintention ins Heimatland, finanzielle Mittel, Nachweis von beruflichem Spezialwissen etc.) eine erneute Antragstellung wenig sinnvoll erscheint.


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