Gesichtserkennungssoftware nun auf allen US-Flughäfen im Einsatz

Die amerikanische Grenzschutzbehörde CBP hat die Einführung einer Gesichtserkennungssoftware an allen internationalen US-Flughäfen abgeschlossen. Was Reisende zukünftig bei der Einreise in die USA erwartet, klären wir im Folgenden.

 

Neue Software sorgt für erhöhte Sicherheit

Die CBP hat bekannt gegeben, dass die Implementierung der biometrischen Gesichtsabgleichtechnologie an allen internationalen Flughäfen der USA abgeschlossen und einsatzfähig ist. Seit 2018 hatte die Grenzbehörde damit begonnen, sukzessive alle internationalen Airports (160 an der Zahl) mit dieser modernen Technologie auszustatten.  

Die Einführung dieser neuen Sicherheitstechnik wurde beschlossen, um den internationalen Reiseverkehr einerseits zu vereinfachen, vor allem aber um einen höheren Sicherheitsaspekt zu gewährleisten. Die Einführung der Software ist ein neuer Meilenstein beim biometrischen Ein- und Ausreiseprogramm und ergänzt die bereits bestehenden Technologien zum biometrischen Boarding.

Biometrische Systeme zur Prozessbeschleunigung

Bereits seit einigen Jahren kommen verschiedene biometrische Systeme an Flughäfen auf der ganzen Welt zum Einsatz. Gerade in größeren Flughäfen mit viel internationalem Publikum soll der Einsatz von dieser Technik bei Passkontrollen oder auch beim Einchecken dazu beitragen, Prozesse zu beschleunigen.

Die neue Software zur Gesichtserkennung wird das bestehende, bereits jetzt eingesetzte biometrische System bei Ein- und Ausreise ergänzen.

„Simplified Arrival“ fertigt bei der Ankunft der Reisenden ein Live-Foto an und vergleicht dieses mit biometrisch gespeicherten Gesichtsdaten von Reisepass- und Visabildern oder auch Regierungsdokumenten und prüft Übereinstimmungen.

Viele Airlines nutzen bereits ähnliche Systeme für ein automatisiertes Boarding basierend auf biometrischen Daten. Damit können Reisende ihr Gepäck einchecken, die Sicherheitskontrollen durchlaufen bis zum Boarden ihres Flugzeugs.

Digitalisierter Flughafen

Zukünftig könnten Prozesse am Flughafen dank biometrischer Systeme so automatisiert ablaufen, dass keine weitere Identifikation wie ein Reisepass mehr benötigt wird, wenn alle Daten über die Gesichtserkennung erfasst werden.

Um dies einheitlich umsetzen zu könnten, müssten Reisende bereits bei der Buchung der Reise zustimmen ihre persönlichen Daten weiterzugeben. Die zu Verfügung gestellten Daten würden dann genutzt werden, um jeden Passagier in Risikogruppen zu unterteilen. Passagiergruppen mit erhöhtem Risiko würden dann aufgefordert werden, noch weitere Daten preiszugeben. Dies ist allerdings noch Zukunftsmusik.

 

Vorteile der digitalisierten Einreise

Durch das neue „Simplified Arrival“ System sollen lange Warteschlangen bei der Einreisekontrolle in den USA vermieden und Prozesse beschleunigt werden, da die Identität von Reisenden somit schneller erfasst werden kann, als mittels manuellem Datenabgleich. Grenzbeamt*innen müssen zukünftig nicht mehr selbst das Foto im Reisepass bzw. Visum mit dem Aussehen des Reisenden abgleichen. Die Personen werden bei der Einreise am Schalter abfotografiert und es findet dann ein automatisierter und computerbasierter Abgleich mit dem Einreisedokument statt.

Zudem ist es durch das Face-ID-Verfahren nicht mehr notwendig Fingerabdrücke von Reisenden bei jeder Einreise zu nehmen, sondern nur noch bei der ersten Einreise. Die CBP wirbt mit dem Einsatz der Software für mehr Privatsphäre der Reisenden, sowie einen schnellen, kontaktlosen Ablauf, der „das Kundenerlebnis verbessert“ und in pandemischen Zeiten wichtiger ist denn je.

Die Testphasen zum neuen System laufen bereits seit ein paar Jahren und konnten so die Modernisierung des Luftverkehrs vorantreiben. Bisher haben über 170 Millionen Reisende über den Land-, See und Luftweg am Verfahren zum Gesichtsvergleich teilgenommen.

Ablauf am Flughafen

Der Abgleich der biometrischen Gesichtsdaten findet nach CBP-Auskunft nur an den Stellen statt, an denen Reisende gesetzlich verpflichtet sind, ihre Identität durch Reisedokumente nachzuweisen.

Bei Ankunft am Flughafen werden von Reisenden an einer Kontrollstelle Fotos gemacht. Ein CBP-Beamter prüft daraufhin den Reisepass über das System. Das Foto des Reisenden wird dann auf Basis bestehender Daten (zum Beispiel vorheriger Kontrollen, Visa- oder Passdokumente) abgerufen und mit dem aktuellen Bild verglichen. Nach wenigen Sekunden liegen alle Daten mit einer Genauigkeit von 98% vor.

Privatsphäre wird ernst genommen

Zudem ist der CBP der Schutz der Privatsphäre wichtig und die Behörde hat technische Maßnahmen ergriffen.

So sollen Bilder von US-Bürgern nach Ablauf von 12 Stunden gelöscht werden, Aufnahmen von Nicht-US-Staatsbürgern werden an ein sicheres System des Department of Homeland Security übermittelt. Wie lange die Informationen zu ausländischen Reisenden dort gespeichert werden und wie diese Bilder konkret verwendet werden, bleibt allerdings das Geheimnis der US-Behörden. Somit gibt es natürlich auch kritische Stimmen zum neuen System.

Reisende, die sich dem neuen Verfahren entziehen und ihre biometrischen Daten nicht übermitteln möchten, können dies am Kontrollpunkt mitteilen und werden dann nach dem alten System von Beamten kontrolliert.

Für den Fall, dass ein Abgleich der Fotos nicht möglich ist, weil das System keine Übereinstimmungen findet, prüfen die Beamten nach der bewährten Methode, ob die Reisedokumente echt sind und eine Einreise möglich ist.

Bild von einem Fingerabdruckscanner

Der Grenzschutz und seine Aufgaben

Die U.S. Customs and Border Protection (Zoll- und Grenzschutzbehörde der USA) ist Teil des Heimatschutzministeriums der USA und ist für die Verwaltung, die Kontrolle und den Schutz der Landesgrenzen zuständig.

 

https://www.cbp.gov/newsroom/national-media-release/cbp-completes-simplified-arrival-expansion-all-us-airports
https://biometrics.cbp.gov/
https://www.nytimes.com/2021/12/07/travel/biometrics-airports-security.html
https://www.bayometric.com/the-use-of-biometric-access-control-systems-in-airports/

aktualisiert am 20.6.2022


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