Aktualisiert am 08.09.2026
Der Visa-Stopp für 75 Länder und die Diversity-Visa-Pause wurden gerichtlich aufgehoben. Gleichzeitig sorgen eine weltweite Terminpause und verschärfte Public-Charge-Prüfungen für weitere Verzögerungen. Auch bei der Green Card Lotterie DV-2026 und DV-2027 bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten.
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Bei der Bearbeitung von US-Immigrant-Visa-Verfahren gibt es derzeit mehrere wichtige Entwicklungen: Während zwei zuvor verhängte Visa-Stopps gerichtlich aufgehoben wurden, führt die verschärfte Public-Charge-Prüfung gleichzeitig zu neuen Verzögerungen bei Immigrant-Visa-Terminen weltweit.
Ein US-Bundesgericht hat am 21. August 2026 die Policy des Department of State (DOS) aufgehoben, nach der seit Januar die Ausstellung von Immigrant Visas (Green Cards / Einwanderungsvisa) für Staatsangehörige aus 75 Ländern ausgesetzt war. Grundlage der Maßnahme war die pauschale Annahme eines erhöhten „Public Charge“-Risikos bei Antragstellenden aus diesen Staaten.
Die gerichtliche Entscheidung beseitigt damit zunächst diese nationalitätenspezifische Sperre. Ob die US-Regierung gegen die Entscheidung weiter vorgehen wird, bleibt abzuwarten.
Wichtig ist die Abgrenzung: Der „75-Country Stop“ betraf ausschließlich Immigrant Visas (IV). Nonimmigrant Visas (NIV), beispielsweise B-, F- oder L-Visa, waren von dieser konkreten Maßnahme nicht betroffen. Unabhängig davon bestehen für bestimmte Nationalitäten weiterhin andere Visa- und Einreisebeschränkungen, die teilweise auch Nonimmigrant Visas erfassen.
Die Aufhebung des 75-länderspezifischen Immigrant Visa Stops bedeutet allerdings nicht, dass die Bearbeitung von Immigrant Visas nun wieder uneingeschränkt möglich ist.
Das State Department hat weltweit Interviewtermine für Immigrant Visas vorübergehend ausgesetzt bzw. verschoben. Hintergrund ist eine globale Schulungsinitiative für Konsularbeamte/-beamtinnen zur Anwendung der verschärften Public-Charge-Prüfung.
Künftig soll umfassender und insbesondere einheitlicher geprüft werden, ob Immigrant-Visa-Antragstellende voraussichtlich auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen sein könnten und damit unter den Ausschlussgrund „Public Charge“ nach INA § 212(a)(4) fallen.
Für laufende Verfahren kann dies bedeuten, dass bereits vereinbarte Interviews kurzfristig abgesagt oder verschoben werden. Wann der reguläre Interviewbetrieb vollständig wieder aufgenommen wird, ist derzeit noch offen.
Diese Maßnahme ist global und nicht an eine bestimmte Staatsangehörigkeit geknüpft. Sie ist daher klar von der gerichtlich aufgehobenen Aussetzung der Immigrant-Visa-Erteilung für Staatsangehörige aus 75 Ländern zu unterscheiden.
Auffällig ist allerdings der enge zeitliche Zusammenhang: Die weltweite Terminpause wurde nur wenige Tage nach der gerichtlichen Aufhebung dieser nationalitätenspezifischen Beschränkung bekannt. Sie kann daher durchaus als Reaktion der US-Regierung auf die gerichtliche Entscheidung verstanden werden. Anders als die aufgehobene Regelung setzt die neue Maßnahme jedoch nicht bei einzelnen Nationalitäten an, sondern betrifft Immigrant-Visa-Verfahren weltweit.
Die Entwicklung steht zugleich im Zusammenhang mit der insgesamt strengeren Public-Charge-Politik der US-Regierung. Ab dem 18. September 2026 gelten auch für relevante Adjustment-of-Status-Verfahren innerhalb der USA verschärfte Vorgaben. USCIS erhält bei der Beurteilung eines möglichen Public-Charge-Risikos wieder einen größeren Ermessensspielraum.
Eine weitere gerichtliche Entwicklung betrifft das Diversity-Visa-Programm (DV). Das State Department hat bestätigt, dass die im Dezember 2025 verhängte Aussetzung der Diversity-Visa-Erteilung aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung im Verfahren Medani et al. v. Trump et al. seit dem 28. August 2026 nicht mehr in Kraft ist.
Für Gewinnerinnen und Gewinner der DV-2026 bleibt die Situation dennoch schwierig. Die Visa dieses Programmjahres müssen grundsätzlich spätestens bis zum 30. September 2026 ausgestellt werden. Nach der monatelangen Unterbrechung verbleibt damit nur ein äußerst kurzes Zeitfenster für die Bearbeitung noch offener Fälle.
Zusätzliche Unsicherheit besteht bei DV-2027: Die Registrierung, die normalerweise bereits im Herbst 2025 stattgefunden hätte, wurde bis heute nicht eröffnet. Das State Department hatte Änderungen am Registrierungsverfahren angekündigt, bislang jedoch keinen neuen Starttermin veröffentlicht.
Die aktuellen Entwicklungen bei Immigrant Visa sind weiterhin von erheblichen Veränderungen geprägt. Während die Aussetzung der Immigrant-Visa-Erteilung für Staatsangehörige aus 75 Ländern sowie die Diversity-Visa-Pause gerichtlich außer Kraft gesetzt wurden, wird die Public-Charge-Prüfung gleichzeitig deutlich verschärft. Die derzeitige weltweite Verschiebung von Interviewterminen führt zudem zu weiteren Verzögerungen in laufenden konsularischen Verfahren im Zusammenhang mit der Beantragung von Green Cards.
Die gerichtliche Aufhebung einzelner Beschränkungen bedeutet daher leider noch keine Rückkehr zum regulären Bearbeitungsablauf. Antragstellende sollten sich weiterhin auf kurzfristige Terminänderungen und mögliche weitere Anpassungen der Vorgaben der US-Behörden einstellen.
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