L-1 Visum

(Intracompany Transferee)

Das L-1 Visum beinhaltet eine befristete Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung für die Vereinigten Staaten. Die Kategorie ermöglicht den internen Mitarbeitertransfer innerhalb einer Unternehmensgruppe vom aktuellen ausländischen Standort zu einem US-Standort.

L-1 Visa werden häufig im Rahmen klassischer Mitarbeiterentsendungen beantragt, können jedoch auch für beispielsweise längere Projekt-/Montageeinsätze am US-Standort oder beim US-Kunden genutzt werden.

 

Zugangsvoraussetzungen

Das L-1 Visum ist unternehmensgebunden, d. h. offizieller Antragsteller ist das US-Unternehmen für den zukünftigen Mitarbeiter. Der Nachweis der Existenz eines US-Standorts innerhalb einer Unternehmensgruppe ist folglich unabdingbare Voraussetzung. Die amerikanische Firma muss bereits mindestens ein Jahr aktiv am Markt tätig sein ("doing business"). US-Standorte, die noch nicht ein Jahr operativ tätig sind, können sich auch als L-1 Antragsteller qualifizieren, es gelten allerdings gesonderte Bestimmungen ("L-1 New Office"). Die ausländische Person kann mit diesem Visum ausschließlich für das US-Unternehmen tätig werden, welches den Antrag gestellt hat. Ausnahme bildet nur das so genannte "Off-site Employment", welches den Mitarbeitereinsatz beim Kunden unter bestimmten Voraussetzungen gestattet.

Da sich L-1 Visa auf einen firmeninternen Mitarbeitertransfer beziehen, muss der Nachweis erbracht werden, dass zwischen dem ausländischen Standort, an dem der Mitarbeiter aktuell beschäftigt ist und dem US-Standort (als "aufnehmende" Unternehmenseinheit) eine qualifizierende Verbindung besteht, sodass der Mitarbeitertransfer erfolgen kann. 

Das kann folgendermaßen belegt werden:

  • die ausländische Muttergesellschaft hält mindestens 50% der Anteile an US-Tochtergesellschaft oder umgekehrt
  • beide Unternehmenseinheiten sind Schwestergesellschaften und werden jeweils mindestens zu 50% von derselben Muttergesellschaft gehalten
  • ein US-Unternehmen unterhält eine Betriebsstätte im Ausland oder umgekehrt

Beide Unternehmen müssen folglich über die Eigentumsverhältnisse mehrheitlich miteinander verbunden sein. Die Auflistung ist nicht abschließend und andere Konstellationen sind denkbar.

Der Mitarbeiter, welcher das L-1 Visum erhalten soll, muss darüber hinaus innerhalb der letzten drei Jahre mindestens 12 Monate (durchgängig) für einen Standort der Unternehmensgruppe (außerhalb der USA) beschäftigt gewesen sein. Es muss sich um ein reguläres Beschäftigungsverhältnis gehandelt haben. Freelancer oder beispielsweise Berater qualifizieren sich nicht für diese Kategorie.  Der Gesetzgeber geht weiterhin davon aus, dass es sich auch bei der angebotenen Stelle in den USA um ein reguläres arbeitsvertragliches Verhältnis handelt ("regular employment").

Während der mindestens einjährigen Beschäftigungsphase im ausländischen Unternehmen muss der Mitarbeiter als Manager, Executive oder Spezialist tätig gewesen sein und auch eine Position am zukünftigen US-Standort ausüben. Die US-Behörden unterscheiden zwischen dem L-1A Visum für Manager/Executives und der L-1B Visum für Spezialisten. Insbesondere L-1B Anträge werden von den zuständigen Behörden streng überprüft.

Mitarbeiter, welche ein L-1 Visum erhalten, können weiterhin vom ausländischen Unternehmen bezahlt werden oder aber vom US-Standort. Ein US-Arbeitsvertrag oder ein US-Entsendungsvertrag ist nicht zwingend erforderlich, aber möglich. Auch können ausländische Arbeitsverträge für den Arbeitseinsatz weiter bestehen.

 

Gültigkeitsdauer

L-1A Visa für Manager/Executives können im Erstantrag auf maximal drei Jahre beantragt werden und in 2-Jahresschritten auf bis zu maximal sieben Jahre verlängert werden.

L-1B Visa für Spezialisten können im ersten Beantragungsverfahren auf maximal drei Jahre genehmigt werden, es ist jedoch nur ein Verlängerungsantrag um zwei weitere Jahre auf maximal fünf Jahre möglich.

Unternehmen, die nachweislich noch nicht länger als ein Jahr operativ am US-Markt tätig sind, können für Mitarbeiter, die den US-Standort aufbauen sollen, ein L-1A bzw. L-1B "New Office" Visum beantragen, welches im Erstantrag jedoch nur auf maximal ein Jahr bewilligt wird. Verlängerungsanträge auf bis zu maximal fünf (L-1B) bzw. sieben Jahre (L-1A) sind allerdings im Anschluss möglich. 

 

Beantragungsprozess

L-1 Anträge werden am zuständigen Service-Center der US-Einwanderungsbehörde (USCIS) in den USA postalisch eingereicht. Diese Petition umfasst umfangreiche Unterlagen zum US-Unternehmen, dem ausländischen Unternehmensstandort bzw. der Unternehmensgruppe und Belege zur Qualifikation sowie der aktuellen und zukünftigen Tätigkeit des Mitarbeiters. Nach Bewilligung der L-1 Petition, erhält das US-Unternehmen ein Bewilligungsschreiben (I-797, Approval Notice) per Post.

Im letzten Schritt muss der zukünftige Mitarbeiter das Konsulatsverfahren durchlaufen, in dem das eigentliche L-1 Visum ausgestellt wird (Ausnahmen bilden nur Statusverlängerungs- bzw. Statuswechselverfahren innerhalb der USA). Die Beantragung erfolgt in der Regel im Rahmen eines persönlichen Interviews am zuständigen US-Konsulat im Heimatland.

Unternehmen, die bestimmte Zugangsvoraussetzungen erfüllen, können eine sogenannte L-Blanket Registrierung für die Unternehmensgruppe erwirken und damit L-1 Visa in einem vereinfachten Verfahren für ihre Mitarbeiter beantragen. Siehe auch: L-Blanket

 

Familienangehörige

Ehepartner und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren erhalten auf Antrag für denselben Zeitraum wie der Hauptantragsteller ein abgeleitetes L-2 Visum. Erreichen die Kinder die amerikanische Volljährigkeitsgrenze (21 Jahre), müssen sie ihren Nichteinwanderungsstatus wechseln oder das Land verlassen.

Ehepartner können auf Antrag eine eigene Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD) erhalten, die nicht an ein bestimmtes US-Unternehmen gebunden ist.

Ehepartner und Kinder können mit dem L-2 Visum private und öffentliche Bildungseinrichtungen besuchen.