Neue Einreisebeschränkungen für die USA

Verlängerung und Erweiterung des bestehenden Einreiseverbots für die USA

Wie erwartet hat die US-amerikanische Regierung die Maßnahmen im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus und zum Schutz des US-Arbeitsmarktes ausgeweitet. Infolgedessen dürfen nun auch bestimmte Nichteinwanderer nicht mehr in die USA einreisen. Lesen Sie nachfolgend, welche Auswirkungen sich für Reisende, Visumantragsteller und Visuminhaber ergeben.

 

US-Einreiseverbot für bestimmte Visumkategorien - Nonimmigrant & Immigrant Ban

US-Präsident Donald Trump hat am 22. Juni 2020 die bereits bestehende präsidiale Proklamation vom 22. April 2020 Proclamation Suspending Entry of Aliens Who Present a Risk to the U.S. Labor Market Following the Coronavirus Outbreak mit Wirkung zum 24. Juni 2020 auf bestimmte Nichteinwanderungsvisumkategorien erweitert und das bestehende Einreiseverbot für bestimmte Einwanderer mit sofortiger Wirkung bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Am 29. Juni 2020 wurde die präsidiale Proklamation vom 22. Juni 2020 per Proclamation on Amendment to Proclamation 10052 geändert.

Die Fortführung der Proklamation 10014 vom 22.04.2020 ist die Folge der Bewertung des US-Außenministeriums, des US-Heimatschutzministeriums sowie des US-Arbeitsministeriums hinsichtlich der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in den Vereinigten Staaten und dient dem Schutz des US-Arbeitsmarktes. In den am 11. Juni 2020 vorgelegten Empfehlungen ging es darum, ob die Aussetzung von Einwanderungsvisa über die 60 Tage hinaus verlängert und der Geltungsbereich auf Nichteinwanderungsvisa ausgedehnt werden sollte. Was jetzt geschehen ist.

Das US-Einreiseverbot wird zunehmend ausgedehnt

1. Nonimmigrant Ban

Betroffene Personenkreise

Die Proklamation 10052 vom 22.06.2020 setzt die Ausstellung von und Einreise unter bestimmten Nichteinwanderungskategorien ab dem 24. Juni 2020 bis mindestens 31. Dezember 2020 aus.
Betroffen sind Personen, die sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Proklamation (24.06.2020, 00:01 Uhr EDT) außerhalb der Vereinigten Staaten aufgehalten haben und nicht im Besitz eines gültigen Nichteinwanderungsvisums oder anderen US-Reisedokuments (z. B. Travel Document, Transportation Letter) einer der folgenden Kategorien waren:

  • H-1B, H-2B und H-4 für Familienangehörige
  • L-1A, L-1B (auch L-Blanket) und L-2 für Familienangehörige
  • J-1 der Kategorien Au Pair, Camp Counselor, Intern, Summer Work Travel, Teacher und Trainee sowie J-2 für Familienangehörige

Die Proklamation bleibt zunächst bis zum 31. Dezember 2020 in Kraft und kann verlängert werden, wenn die US-Behörden dies für notwendig erachten. Dies wird zunächst in 30 Tagen und anschließend in 60-Tages-Schritten überprüft.

Wie sich die Proklamation auf kanadische Staatsangehörige, die in diese Kategorien aufgenommen werden wollen, aber für die Einreise in die Vereinigten Staaten kein Visum benötigen, auswirkt, ist nicht klar.

Bild von einem US-Visum

Ausnahmen

Die nachfolgend genannten Personen sind nicht von dem bis mindestens Ende des Jahres gültigen US-Einreiseverbot betroffen:

  • Personen, die sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Einreiseverbots am 24. Juni 2020 um 00:01 Uhr EDT innerhalb der USA mit einem gültigen Nichteinwanderungsstatus der Kategorien H-1B, H-2B, H-4, L-1, L-2, J-1 oder J-2 aufgehalten haben.
  • Personen mit einem gültigen Nichteinwanderungsvisum der Kategorien H-1B, H-2B, H-4, L-1, L-2, J-1 oder J-2, Advance Parole oder Alternativdokument, auch wenn sie sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Einreiseverbots außerhalb der Vereinigten Staaten befanden.
  • J-1 Antragsteller, die nicht an den Austauschprogrammen Au Pair, Camp Counselor, Intern, Summer Work Travel, Teacher oder Trainee teilnehmen möchten sondern sich für die J-1 Kategorien College and University Student, Government Visitor, International Visitor, Physician, Professor and Research Scholar, Secondary School Student, Short-Term Scholar oder Specialist bewerben.
  • Arbeitsvisumantragsteller von Nichteinwanderungskategorien wie u. a. E-1 Handelsvisa, E-2 Investorenvisa, TN-Visa oder O-1 Visa.

Achtung: Obgleich die eben genannten Personengruppen nicht direkt von den Restriktionen der Proklamation betroffen sind, kann die Reisefreiheit aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 weiterhin eingeschränkt sein. Hier muss gesondert geprüft werden, ob die weiterhin bis auf Weiteres geltenden Coronavirus-Reisebeschränkungen greifen. Darüber hinaus ist derzeit aufgrund der weltweiten US-Konsulatsschließungen eine Visumerteilung nur in Ausnahmefällen überhaupt möglich. Es gibt zudem spezielle Einschränkungen bei den J-Programmen.

Von den US-Einreisebeschränkungen infolge der Proklamation vom 22. Juni 2020 sind zudem folgende Personen ausgenommen:

  • Green Card Inhaber bzw. Lawful Permanent Residents (innerhalb oder außerhalb der USA)
  • Ehepartner, unverheiratete Kinder unter 21 Jahren und adoptierte Kinder von US-Staatsangehörigen
  • Personen, die temporär produktive Arbeit oder Dienstleistungen erbringen, die für die US-Lebensmittelversorgungskette unerlässlich sind
  • Personen, die gemäß U.S. Department of State und U.S. Department of Homeland Security von nationalem Interesse für die USA sind
    (hierunter fallen u. a. ausländische Personen, die unmittelbar an der Eindämmung des COVID-19 arbeiten oder mit COVID-19 infizierte Personen medizinisch versorgen oder Personen, die notwendig sind, um die sofortige und anhaltende wirtschaftliche Erholung der Vereinigten Staaten zu unterstützen)

Bild vom US Travel Ban

Erstes Fazit

Wie sich dies in der Visa-Praxis gestalten wird und welche Handlungsspielräume sich dadurch ergeben, wird sich erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Insbesondere muss abgewartet werden, wie die US-Behörden die Ausnahmeregelungen auslegen, wenn z. B. die Konsularbeamten darüber entscheiden, ob eine Person sich für eine der genannten Ausnahmegenehmigungen qualifiziert.

Wenngleich sich die anfänglichen Spekulationen über eine mögliche Abschaffung der Optional Practical Trainings (OPT) von F-1 Inhabern im Rahmen des NIV Bans nicht bewahrheitet haben, kommt es zu speziellen Einschränkungen bei F-1 Studienprogrammen infolge der COVID-19 Pandemie.

Achtung: Anträge auf Statusverlängerung und Statuswechsel der oben genannten Visakategorien innerhalb der Vereinigten Staaten sind weiterhin möglich. Wir empfehlen allen betroffenen Mitarbeitern sowie deren Familienangehörigen, aktuell nicht aus den Vereinigten Staaten auszureisen, sondern in den USA zu verweilen. Hintergrund ist, dass noch nicht alle Details des neuen Nonimmigrant Bans von Seiten der involvierten US-Behörden abschließend geklärt sind. Unsere Visa-Berater stehen Ihnen bei der Prüfung Ihres individuellen Falls gern zur Seite. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf!

 

2. Immigrant Ban

Hinsichtlich der Reglementierungen für Einwanderungsvisa bzw. Green Cards gab es keine Veränderungen im Vergleich zur Proclamation vom 22.04.2020. Sowohl die betroffenen Personenkreise, als auch die Ausnahmeregelungen haben weiterhin Bestand. Der eigentlich 60 Tage andauernde Immigrant Ban wurde lediglich verlängert bis zum 31.12.2020. Eine weitere Verlängerung ist nicht ausgeschlossen.

Betroffene Personenkreise

Bereits seit dem 23. April 2020 ist die Einreise von Einwanderern ausgesetzt, welche

  • sich zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Proklamation (22. April 2020) außerhalb der USA aufgehalten haben und
  • kein gültiges Einwanderungsvisum (I-551) oder Alternativdokument (z. B. Travel Document, Advance Parole) besitzen, welches vor dem 23. April 2020 ausgestellt wurde.

Diese Aussetzung der Einreise in die Vereinigten Staaten betrifft somit ausschließlich Personen, die sich gerade im Green Card Prozess außerhalb der USA befinden. Dies umfasst im Einzelnen:

  1. Arbeitplatzbasierte Green Card Anträge (Employment-based Immigration)
  2. Familienbasierte Green Card Anträge (Family-based Immigration)
  3. Anträge über den Gewinn in der Green Card Lotterie (Diversity Visa Program)

Mit der Unterzeichnung der Proclamation vom 22. Juni 2020 wird die Einreise in die USA von bestimmten Einwanderern nun bis Ende des Jahres gestoppt.

Bild vom Weißen Haus

Ausnahmen

Bestimmte Personenkreise sind explizit vom US-Einreiseverbot für Einwanderer ausgenommen. Hierzu zählen:

  • Green Card Inhaber bzw. Lawful Permanent Residents (innerhalb oder außerhalb der USA)
  • Personen, die sich innerhalb der USA im Green Card Antragsprozess befinden (z. B. Statusanpassung)
  • Immigrant Visumantragsteller bestimmter Berufsgruppen sowie deren unmittelbare Familienangehörige (Ehepartner, Kinder unter 21 Jahren): Ärzte, Krankenschwestern / Krankenpfleger und anderes medizinisches Fachpersonal, Forscher und andere Berufsgruppen, die unmittelbar an der Eindämmung des COVID-19 arbeiten
  • EB-5 Immigrant Visa-Antragsteller (Investoren Green Card)
  • Ehepartner, unverheiratete Kinder unter 21 Jahren und adoptierte Kinder von US-Staatsangehörigen
  • Angehörige der amerikanischen Streitkräfte sowie deren Ehepartner und Kinder
  • Special Immigrant Visa Inhaber (SI oder SQ)
  • Personen, die von nationalem Interesse für die USA sind

Achtung: Die früheren Präsidialproklamationen und COVID-19 Maßnahmen sind nach wie vor bis auf unbestimmte Zeit in Kraft und könnten Einwanderern, die von der Proklamation vom 22.06.2020 ausgenommen sind, mitunter die Einreise oder Wiedereinreise in die Vereinigten Staaten verbieten. Dies muss im Einzelfall geprüft werden.

US-Einreiseverbot für bestimmte Länder - Corona Travel Ban

Die Einreise in die USA wurde infolge der COVID-19-Pandemie bereits seit Mitte März 2020 zunehmend eingeschränkt. Da die Reisebeschränkungen für die USA aufgrund des Coronavirus auch weiterhin bis auf Weiteres gelten, könnte bestimmten Einwanderern und Nichteinwanderern, die von dem Einreiseverbot gemäß der Proklamation vom 22.06.2020 ausgenommen sind (Nonimmgrant & Immigrant Ban), dennoch die Einreise bzw. Wiedereinreise in die Vereinigten Staaten verwehrt werden.

Ausländische USA-Reisende aus zahlreichen Ländern können aktuell und bis auf unbestimmte Zeit nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen.

betroffene Personenkreise

Die US-Regierung verbietet allen ausländischen Reisenden, die keine amerikanische Staatsangehörigkeit besitzen und die sich innerhalb von 14 Tagen vor ihrer geplanten USA-Einreise in einem der nachfolgenden Länder aufgehalten haben, die Einreise in die USA:

  • 26 Länder des Schengenraums
    Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn
  • Brasilien
  • China (ausgenommen Hong Kong und Macau)
  • Iran
  • Irland
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland (ausgenommen Überseegebiete außerhalb Europas)

Das Einreiseverbot für die USA gilt bis auf Weiteres und betrifft sowohl Visuminhaber als auch Personen, die im Rahmen der visumfreien Einreise (ESTA) in die Vereinigten Staaten reisen möchten. Auch Transitreisende sind betroffen.

Es bleibt abzuwarten, wann der Corona Travel Ban beendet wird und ob er zu einem späteren Zeitpunkt auf weitere – von COVID-19 stark betroffene – Länder ausgeweitet wird, wie z. B. Russland.

Bild von EU-Flagge

Ausnahmen

Von der Einreisesperre sind folgende Personenkreise ausgenommen:

  • US-Staatsbürger
  • Green Card Inhaber (Lawful Permanent Residents)
  • Enge Familienangehörige von US-Staatsbürgern oder Green Card Inhabern (Lawful Permanent Residents)
    Darunter fallen
    1. Ehepartner von US-Staatsbürgern oder Green Card Inhabern
    2. Eltern oder Vormund von unverheirateten und unter 21 Jahre alten US-Staatsbürgern oder Green Card Inhabern
    3. Geschwister von US-Staatsbürgern oder Green Card Inhabern, wenn beide unverheiratet und unter 21 Jahre sind
    4. Kinder, Pflegekinder oder Mündel von US-Staatsbürgern oder Green Card Inhabern oder sich im Adoptionsprozess befindliche Kinder (IR-4 / IH-4 Visa)
    Achtung: z. B. Großeltern, Onkel / Tanten oder Cousins / Cousinen zählen nicht zu engen Familienmitgliedern
  • Crew-Mitglieder von Flug- oder Schifffahrtsgesellschaften (C-1/D Visum)
  • Diplomaten, Regierungsmitglieder oder deren Familienangehörige (A-1, A-2, C-2, C-3, G-1, G-2, G-3, G-4, NATO-Visa)
  • Personen, deren Einreise von nationalem Interesse ist
    Welche Personen unter die Ausnahmeregelung fallen, wird durch das US-Außenministerium oder US-Heimatschutzministerium festgelegt. Aktuell gilt dies u. a. für bestimmte Profisportler und Mannschaftsleiter (P-Visa) z. B. der Major League Baseball (MLB) oder National Basketball Association (NBA), Erntehelfer (H-2A Visa) oder aber bestimmte Saisonkräfte (H-2B Visa).

Achtung: Die vom US-Einreisestopp ausgenommenen Personenkreise können nach wie vor in die Vereinigten Staaten reisen, allerdings führen die US-Beamten strengere Einreisekontrollen an der US-Grenze durch.


Ausgenommene Personenkreise, wie US-Staatsangehörige und Inhaber eines US-Einwanderungsvisums,

  1. die direkt aus dem Schengenraum, Brasilien, China, dem Iran, Irland oder dem Vereinigten Königreich in die USA fliegen oder
  2. die sich 14 Tage vor Einreise im Schengenraum, in Brasilien, in China, im Iran, in Irland oder im Vereinigten Königreich aufgehalten haben,

werden routinemäßig bis auf Weiteres zu bestimmten US-Airports umgeleitet, die mit speziellen Gesundheitszentren ausgerüstet wurden. Dort werden die Reisenden untersucht. Sofern diese Personen keine Symptome des Coronavirus aufweisen, können sie zwar einreisen, müssen aber vorsichtshalber eine 14-tägige Quarantäne zu Hause einhalten.
Sollten Symptome erkennbar sein, werden die Reisenden einer Quarantäne unterzogen bzw. in speziellen Krankenhäusern weiterbehandelt.

Nähere Informationen hierzu finden sich auf der offiziellen CBP Webseite.

Bild von einer US-Behörde 

Auswirkungen in der Praxis

Neben den genannten Einreisebeschränkungen sind je nach US-Behörde bestimmte Antragsverfahren aufgrund der Corona-Krise mehr oder weniger stark eingeschränkt. Nachfolgend geben wir einen aktuellen Überblick darüber, welche Beantragungen derzeit möglich oder aber bis auf Weiteres ausgesetzt sind.

US-Konsulate / Visa-Termine

Seit dem 19. März 2020 haben sämtliche US-Botschaften und US-Konsulate weltweit ihre Visumsdienste und den Publikumsverkehr eingeschränkt. Aktuell werden Notfalldienste für US-Staatsbürger und Visumantragsteller fortgeführt.

Infolgedessen wurden alle regulären Visa-Termine für Einwanderungs- und Nichteinwanderungsvisa bis Mitte September 2020 abgesagt. In den meisten Fällen sind derzeit keine neuen Visa-Termine mehr buchbar oder nur sehr vereinzelt.

Bild von einem US-Konsulat

US-Konsulate weltweit arbeiten eingeschränkt

Antragsteller sollten sich darauf einstellen, dass möglicherweise bereits gebuchte Termine im US-Konsulat erneut per E-Mail und / oder SMS abgesagt werden und weitere Verzögerungen eintreten.
Parallel dazu halten wir unsere Kunden selbstverständlich informiert über weitere Terminabsagen.

Im Übrigen sind Terminänderungen gebührenfrei und die Visumgebühren bzw. der Zahlungsbeleg ein Jahr lang gültig in dem Land, in dem die Gebühr gezahlt wurde.

Wann die regulären Dienste für Visumsangelegenheiten wieder aufgenommen werden können, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Unabhängig davon sind die US-Konsulate weltweit dazu angehalten, folgenden Antragstellern in jedem Fall Visuminterviewtermine zu ermöglichen:

  1. Medizinisches Fachpersonal, welche eine genehmigte USCIS Petition vorliegen haben und zur Einreise in die USA ein Visum benötigen. Das betrifft im Schwerpunkt H, J oder Green Card Antragsteller. Diese sollen sich direkt an die jeweiligen konsularischen Vertretungen wenden.
  2. Gleiches gilt für H-2A Temporary Agricultural Workers, die dringend für die Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Betriebes in den Vereinigten Staaten benötigt werden.

Achtung: Die Terminsituation kann sich je nach US-Konsulat und Visumkategorie unterscheiden. Wir raten allen USA-Reisenden bzw. Visumantragstellern, sich auf weitere kurzfristige Änderungen einzustellen und sich vor der Einreise bzw. Visumbeantragung umfassend über die aktuellen Bestimmungen und die Rechtslage zu informieren. Spezifische Informationen entnehmen Sie bitte der offiziellen Webseiten der US-Vertretung in Ihrem Heimatland. Für dringende Angelegenheiten können sich Antragsteller in Deutschland an [email protected] wenden, um ggf. einen Notfalltermin zu beantragen. Bitte beachten Sie, dass die Reisereglementierungen damit trotzdem nicht umgangen werden können.

USCIS-Büros und Service-Center

Vom 18. März 2020 bis zum 3. Juni 2020 waren alle USCIS Offices weltweit für den Publikumsverkehr geschlossen. In dieser Zeit wurden ausschließlich Notfalltermine und -bearbeitungen angeboten. Seit dem 4. Juni 2020 begann die US-Einwanderungsbehörde mit der Wiedereröffnung einiger Inlandsbüros für routinemäßige Dienste. Dabei gelten verschärfte Richtlinien für das Betreten der USCIS-Einrichtungen.

Dies betrifft im Schwerpunkt:

  1. Green Card Antragsteller
    Termine für persönliche Interviews in einem der USCIS Field Offices, die abgesagt wurden, werden entsprechend neu von den US-Behörden vergeben.
  2. Personen mit Visa, die sich im Statusverlängerungs- oder Statuswechselprozess befinden
    Die Application Support Center, kurz ASC, werden ebenfalls wiedereröffnet. In diesen Büros werden u. a. Biometrics-Termine abgewickelt, die bei bestimmten Statusverlängerungs- oder Statuswechselanträgen notwendig werden. Personen, deren Termin abgesagt wurde, werden von der USCIS automatisch eine Benachrichtigung über einen neuen Termin erhalten.

Die US-Einwanderungsbehörde informiert über die Wiedereröffnung ihrer USCIS-Büros.

Der "normale" Betrieb der USCIS Service-Center in den Vereinigten Staaten lief im Übrigen über den gesamten Zeitraum weiter. Das bedeutet, dass Anträge wie beispielsweise L-Petitionen weiterhin eingereicht werden konnten und können zur Bearbeitung. Das seit dem 20. März 2020 ausgesetzte beschleunigte Antragsverfahren Premium Processing für I-129 (z. B. H oder L) und I-140 Anträge (Green Card durch die Arbeitsstelle) ist seit dem 22. Juni 2020 wieder möglich.

Bild von dem Logo der US-Einwanderungsbehörde USCIS

Wer aufgrund der aktuellen Situation unverschuldet zu einem Termin bei der USCIS nicht erscheint oder nicht rechtzeitig auf Schreiben (z. B. RFE) der USCIS reagiert, für den soll es keine Nachteile geben. Sofern man in der Lage ist zu belegen, dass es direkt auf die Corona-Krise zurückzuführen ist (Reisebeschränkungen, Erkrankung, unternehmensinterne Probleme etc.). Insbesondere bei der Beantwortung von RFE-Schreiben (= Request for Evidence) der USCIS im Rahmen von petitionsbasierten Anträgen (z. B. L-1) räumt die Behörde mehr Zeit ein. Bis dato mussten Rückfragen innerhalb von 90 Tagen beantwortet werden, sonst drohte eine Ablehnung. Nun gestattet die Behörde weitere 60 Tage, wenn Unternehmen nicht rechtzeitig alle geforderten Unterlagen aufgrund der Krisensituation einreichen können.

Achtung: Welche Einschränkungen und Ausnahmeregelungen gelten, sollten tagesaktuell auf der USCIS-Webseite geprüft werden, da sich hier stetig Änderungen ergeben können.

Ausreise aus den USA

Ausländische Personen, die sich aktuell in den Vereinigten Staaten aufhalten (z. B. mit einem US-Visum oder unter ESTA), sind verunsichert, was die rechtzeitige Ausreise aus den USA angeht bzw. wie es sich mit einem möglichen Overstay in den USA verhält.

Hier ist es zunächst wichtig zu unterscheiden, mit welchem Status Sie sich in den USA befinden. Verwechseln Sie hier nicht Visum und Status. Im I-94 Einreiseformular ist das Datum vermerkt, an dem Sie die Vereinigten Staaten spätestens verlassen müssen.

Wenn Ihr Aufenthaltsstatus tatsächlich zeitnah ausläuft, sich Ihre Ausreise aufgrund der Ereignisse verzögert bzw. Sie Ihren USA-Aufenthalt verlängern wollen, empfehlen wir Folgendes:

  1. Kontaktaufnahme mit den entsprechenden US-Behörden
    Telefonisch erreichen Sie die US-Einwanderungsbehörde USCIS unter +1 800-375-5283 oder die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP unter +1 202-325-8000.
    Alternativ können Sie sich an ein CBP Office direkt am Airport oder die Deferred Inspection Sites wenden. Dies gilt insbesondere für Personen, die sich im Rahmen des Visa Waiver Programs in den USA aufhalten (ESTA).
  2. Extension of stay / Change of status
    Prüfen Sie, ob eine Statusverlängerung oder ein Statuswechsel in den USA möglich ist. Achtung: Die Antragstellung muss vor Ablauf des I-94 erfolgen und ist nur für bestimmte Nonimmigrant-Kategorien möglich, so z. B. L-1, L-2, B-1, B-2, E-1 und E-2.
  3. Overstay dokumentieren
    Sofern die erteilte Aufenthaltsfrist bereits überschritten wurde bzw. eine Überschreitung eintreten wird, da keine der oben genannten Maßnahmen greifen, stellen Sie bitte unbedingt die bestmögliche Dokumentation sicher. D. h., sammeln Sie Belege zu Flugstornierungen etc., um den nicht selbst verschuldeten Overstay für spätere USA-Einreisen, Visumbeantragungen und Aufenthalte dokumentieren zu können. Wie die US-Behörden zu einem späteren Zeitpunkt mit diesen Overstays umgehen werden, ist nicht vorherzusagen. Bei einwandfreier Dokumentation sollten allerdings keine Nachteile für ausländische Personen entstehen.

Achtung: Ob eine Ausreise aus den USA empfehlenswert ist, hängt grundsätzlich von mehreren Faktoren ab und sollte mehr denn je unter Abwägung aller aktuellen Reisereglementierungen im Einzelfall geprüft werden. Insbesondere wenn Familienangehörige mit abgeleiteten Visa involviert sind, ist eine gründliche Abwägung von Pro und Contra geboten. Bitte beachten Sie auch, dass insbesondere Statusverlängerungsanträge mit einem nicht unerheblichen Arbeits- und Zeitaufwand verbunden sein können. Unternehmen empfehlen wir, den Status ihrer ausländischen Mitarbeiter in den USA zu prüfen und rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten. Gerne sind wir Ihnen bei der Einschätzung und Umsetzung behilflich. Nehmen Sie Kontakt zu unseren Visa-Beratern auf.

Geschäftstätigkeit US Visa Service

Seien Sie versichert, dass unser gesamtes US Visa Service Team in gewohnter Weise für Sie und Ihre Belange da ist. Auch unsere Mitarbeiter*innen befinden sich bereits im Schwerpunkt im Homeoffice, womit aber keinerlei Einschränkungen für Sie einhergehen. Darüber hinaus wird in unserem Berliner Büro Stand jetzt eine Notfallbesetzung vor Ort sein.

Gerade in diesen stürmischen Zeiten werden wir für Sie und Ihre Belegschaft weiterhin die bestmögliche Betreuung und Fallbearbeitung gewährleisten. Zudem arbeiten wir mit Hochdruck daran, Lösungen für Unternehmen und deren Mitarbeiter zu finden.

Selbstverständlich halten wir Sie auch weiterhin über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden. Bleiben Sie gesund.

aktualisiert am 3.7.2020


Häufig gestellte Fragen

Ich habe bereits eine genehmigte (H-1B, H-2B, J oder L) Petition vom DHS und ich warte nur noch auf mein Visa-Interview im Konsulat. Was bedeutet das für mich?

Gemäß Abschnitt 3 der Präsidialen Proklamation gilt das US-Einreiseverbot für jede ausländische Person, die am Tag des Inkrafttretens dieser Proklamation kein gültiges Nichteinwanderungsvisum besitzt.

Ich bin bereits mit einem H-1B, H-2B, J- oder L-Visum in den Vereinigten Staaten. Was bedeutet das für mich?

Die Proklamation vom 22. Juni 2020 gilt nicht rückwirkend. Im Rahmen dieser Proklamation werden keine gültigen US-Visa widerrufen. Bei Fragen zur Verlängerung des Status kontaktieren Sie bitte unsere Visa-Berater.

Ich habe bereits ein gültiges H-1B, H-2B, L- oder J-Nichteinwanderungsvisum und meine Kinder / Ehepartner haben abgeleitete Visa. Können wir trotzdem in die Vereinigten Staaten einreisen?

Personen mit einem am 24. Juni 2020 gültigen Visum für die USA unterliegen nicht der Proklamation. Im Rahmen dieser Proklamation werden keine gültigen US-Visa widerrufen. Personen, deren Visum abläuft und die eine Verlängerung beantragen möchten, unterliegen jedoch der Proklamation.

Ich bin mit einem H-1B, H-2B, L- oder J-Visum in den Vereinigten Staaten, aber mein Visum läuft vor dem 31. Dezember 2020 ab. Kann ich meinen Aufenthalt in den USA verlängern?

Der Ablauf des Visums muss getrennt vom genehmigten Aufenthalt in den USA betrachtet werden. Anträge auf Statusverlängerung oder Statuswechsel der oben genannten Visakategorien innerhalb der Vereinigten Staaten sind weiterhin bei der USCIS möglich.
Das US-Einreiseverbot beeinträchtigt somit nicht die Möglichkeit eines US-Arbeitgebers beispielsweise H-1B und L-1 Petitionen bei der US-Einwanderungsbehörde einzureichen, um den Status zu ändern oder zu verlängern.

Ich bin mit einem H-1B, H-2B, L- oder J-Visum in den Vereinigten Staaten, aber mein Visum läuft vor dem 31. Dezember 2020 ab. Kann ich mein Visum verlängern?

Visuminhaber, die sich bereits legal in den Vereinigten Staaten aufhalten, können ihr US-Visum nicht in den USA verlängern, um in den Vereinigten Staaten zu bleiben. Es gibt keinen Mechanismus zur Beantragung eines H-, L- oder J-Visumstempels innerhalb der Vereinigten Staaten.
Aber: Wenn Sie aus den USA ausreisen zur, benötigen Sie ein gültiges Visum für die Rückkehr, und die US-Konsulate werden bis zum 31. Dezember 2020 keine H-1B, H-2B, L- oder bestimmte J-Visa und deren abgeleitete Visa für Familienangehörige ausstellen, es sei denn, es greift eine der Ausnahmeregelungen.

Können H-1B und L-1 Arbeitnehmer, die bereits einen gültigen Visumstempel in ihrem Reisepass haben, weiterhin international reisen?

Gemäß der Proklamation können ausländische Staatsangehörige, die am 23. Juni 2020 im Besitz gültiger, nicht abgelaufener H-1B und L-1 Visumstempel waren, weiterhin international reisen – vorausgesetzt, die COVID-Reisebeschränkungen hindern sie nicht daran.


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Kommentare

  • Hallo,
    beim K-1 Verlobtenvisum handelt es sich streng genommen um ein Nichteinwanderungsvisum, wenngleich mit „Immigration Intent“. Technisch gesehen fallen K-1 Verlobtenvisa weder unter den Immigrant Ban noch unter den Nonimmigrant Ban, allerdings werden Anträge auf Verlobtenvisa aktuell nicht bearbeitet, da die US-Konsulate geschlossen sind. Somit ist die Ausstellung neuer Verlobtenvisa derzeit ausgesetzt. Falls Sie bereits im Besitz eines gültigen K-1 Visums sind, dann ist eine Einreise in die USA ggf. möglich, sofern Sie nicht von dem Corona Travel Ban betroffen sind. Das US-Einreiseverbot infolge der COVID-19-Pandemie gilt unabhängig von der Visumkategorie für Nicht-Amerikaner, die sich innerhalb von 14 Tagen vor ihrer geplanten USA-Einreise in bestimmten Ländern (z. B. Deutschland, Österreich, Schweiz) aufgehalten haben.
    Ihr US Visa Service Team

  • Wie sieht es mit Verlobten-Visa aus? Werden diese aktuell bearbeitet/ausgestellt? Berechtigen sie zur Einreise?

  • Hallo,
    eine USA-Einreise aus einem Land, welches sich nicht auf der Travel Ban Liste befindet, ist für deutsche Staatsangehörige wie beispielsweise Besitzer eines gültigen E-2 Visums bzw. ESTA-Inhaber unter Umständen möglich. Garantien können wir Ihnen jedoch nicht aussprechen. Zudem haben wir nur wenig Rückmeldungen von Personen, die diesen Weg gegangen sind. In jedem Fall sollten Sie die aktuellen Einreise- und Quarantänebestimmungen der jeweiligen Länder (z. B. Mexiko oder Kanada) immer im Blick behalten und sich auf intensivere Befragungen an der Grenze einstellen (bereiten Sie ggf. entsprechende Unterlagen, Firmenanschreiben usw. vor).
    Ihr US Visa Service Team

  • Hallo,
    ob und wann ausländische Studenten wieder mit einem F-1 Studium in die USA einreisen können, weiß zum aktuellen Zeitpunkt bedauerlicherweise niemand. Der Travel Ban für Reisende aus dem Schengenraum und einigen anderen Ländern ist weiterhin bis auf unbestimmte Zeit in Kraft. Es ist gut möglich, dass das US-Einreiseverbot aufgrund der weiter stark ansteigenden Zahl an Corona-Infizierten in den USA weiterhin aufrecht erhalten wird. Wir können diesbezüglich leider nur Mutmaßungen anstellen und bedauern, dass wir Ihnen keine konkreten Informationen liefern können. Über die Chancen auf eine Wiedereinreise Ihrer Tochter zum Herbstsemester kann aktuell leider nur spekuliert werden. Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, sich eng mit der zuständigen Bildungseinrichtung in den USA abzustimmen und hier die genauere Verfahrensweise sowie eine mögliche Öffnung des Campus zu erfragen.
    Ihr US Visa Service Team

  • Für nicht-US-Staatsbürger, z.B. Deutsche, die sich in Deutschland aufgehalten haben und die Ausnahmen nicht gelten - ist die Einreise untersagt, dies ist eindeutig. Wie sieht es hingegen für deutsche Staatsbürger aus, die mit einem Visum oder Esta aus einem Land einreisen wollen, dass nicht im Travel Ban genannt ist? Zum Beispiel Canada oder Mexiko?

  • Kann ich ale E2 visa holder nach 14 Tagen in einem sicheren Land zurück in die usa?

  • Hallo
    wie hoch, bzw gering sind die Chancen zum Beginn des neuen Semesters wieder in die USA einzureisen?
    Meine Tochter hat ein F-1 Visum und wurde im März nach Hause geholt, da der Campus geschlossen wurde. Sie ist dort mit einem Sportstipendium.

  • Hallo, auch ein Umsteigen am Flughafen bzw. ein kurzer Transitaufenthalt bedeutet defacto eine Einreise in die USA. Somit können auch Transitreisende vom US-Einreiseverbot betroffen sein, wenn sie sich in den betroffenen Ländern aufgehalten haben bzw. direkt von dort in die USA reisen möchten.

  • Müssen us Bürger bei der Rückkehr in den nächsten 10 Tagen in die USA einen Corona Test vorlegen? Wird ein Test bei der Einreise durchgeführt oder wird unmittelbar vor der Rückreise ein Test verlangt?

  • Wird ein Umsteigen an einem Flughafen auch als Einreise bewertet? Man verlässt den Transitbereich ja nicht.