E-1 Visum

(Treaty Trader) - Registrierung

Das E-1 Visum, auch als Treaty Trader Visa oder Handelsvisum bezeichnet, beruht auf bilateralen Verträgen zwischen den Vereinigten Staaten und den mit ihnen Handel treibenden Ländern ("Treaty Country" – Vertragsland). Gegenwärtig gibt es ca. 50 Nationen, die solche Beziehungen mit den USA unterhalten. Grundlage für Deutschland ist der Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen den USA und Deutschland aus dem Jahre 1956.

Das E-1 Visum ist unternehmensgebunden und ermöglicht die Arbeitsaufnahme für das US-Unternehmen, das den Antrag gestellt hat. Offizieller Antragsteller ist immer das US-Unternehmen für den zukünftigen Mitarbeiter / Händler.

Das im US-Recht als "Treaty-Trader Status" bezeichnete Handelsvisum steht Unternehmen zur Verfügung, die substantiellen Handel zwischen dem Vertragsland und den USA betreiben.

 

Zugangsvoraussetzungen

Um das Treaty Trader Visum/Handelsvisum erhalten zu können, müssen u. a. folgende Nachweise erbracht werden können:

  • Der Händler (eine Person oder ein Unternehmen) muss Staatsbürger eines Vertragslandes sein.
  • Ein Unternehmen hat die erforderliche Nationalität, wenn mindestens 50% der Unternehmen im Besitz eines Staatsangehörigen des Vertragslandes sind.
  • Unternehmen, die als Aktiengesellschaften operieren, besitzen nach der E-1 Definition die Nationalität des Landes, in welchem sie vorrangig ihr Börsengeschäft tätigen.
  • Es muss ein regelmäßiger Handel substantieller Natur mit Gütern, Waren oder Dienstleistungen zwischen den Vertragsstaaten nachgewiesen werden. Dieser Austausch muss dokumentierbar und bereits vor Antragsstellung erfolgt sein.
  • Das US-Unternehmen muss sein operatives Geschäft bereits aufgenommen haben und sollte im günstigen Fall bereits US-Personal beschäftigen.
  • In jedem Antrag muss der Nachweis erbracht werden, dass der Unternehmer den US-Betrieb nicht aus bloßem Eigeninteresse zur Finanzierung seines Lebensunterhalts (und u. U. dem seiner Familie) betreibt bzw. betreiben wird und einen Mehrwert für die regionale US-Wirtschaft, also US-amerikanische Arbeitsplätze, schaffen wird.

 

Gültigkeitsdauer

Das E-1 Visum wird in aller Regel auf fünf Jahre erteilt. Für die Konsularbeamten besteht jedoch auch die Möglichkeit, das Visum zeitlich zu beschränken.

Visa-Verlängerungen um weitere 5 Jahre sind theoretisch unendlich möglich, solange das Unternehmen in den USA erfolgreich existiert und noch alle weiteren Zugangsvoraussetzungen bestehen.

Der Aufenthaltsstatus wird vom Einwanderungsbeamten an der Grenze für jeweils maximal 2 Jahre gewährt und erfolgt über Aus- und erneute Einreise, bis das Visum abgelaufen ist und neu beantragt werden muss.

 

Beantragungsprozess

E-1 Erstregistrierungsanträge des Unternehmens werden beim zuständigen US-Generalkonsulat des Vertragslandes eingereicht. Für deutsche Unternehmen ist beispielsweise das US-Generalkonsulat in Frankfurt/Main zuständig.

Der Antrag umfasst umfangreiche Unterlagen zum US-Unternehmen und ggf. der Unternehmensgruppe, zu den Handelsaktivitäten sowie zum Mitarbeiter bzw. Händler, welcher das Visum erhalten soll. Nach Prüfung der Unterlagen durch das zuständige US-Konsulat, erhält dieser eine Einladung zu einem persönlichen Interviewtermin. Im Rahmen des Termins stellt der Konsulatsbeamte Fragen zur Akte und entscheidet über die Bewilligung des Antrags. Wird der erste E-1 Visumantrag positiv beschieden, ist damit das US-Unternehmen automatisch "E-1 registriert".

Auf Grundlage dieser Registrierung können Unternehmen dann – in einem sehr vereinfachten Verfahren – weitere Staatsangehörige des Vertragslandes an den US-Standort entsenden bzw. dort einsetzen. Siehe auch: E-Folge.

 

Familienangehörige

Ehepartner und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren erhalten für denselben Zeitraum wie der Hauptantragsteller ein abgeleitetes E-1 Visum. Erreichen die Kinder die amerikanische Volljährigkeitsgrenze, müssen sie ihren Nichteinwanderungsstatus wechseln oder das Land verlassen.

Ehepartner können auf Antrag eine eigene Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD), die nicht an eine bestimmte Stelle oder das Unternehmen des Hauptantragstellers gebunden ist, erhalten. Familienangehörige unter E-1 Status können darüber hinaus öffentliche/private Bildungseinrichtungen besuchen.