H-1B Visum

(Specialty Occupation Workers)

Das H-1B Visum ermöglicht eine befristete Arbeitsaufnahme für ausländische Personen mit einem akademischen Abschluss bzw. einem Äquivalent und einem entsprechenden US-Arbeitsplatzangebot. Das H-1B Arbeitsvisum birgt aufgrund strenger Zugangsvoraussetzungen und zahlenmäßiger Limitierung viele Fallstricke und Hürden. Nicht zuletzt steht diese Visa-Kategorie im Fokus der Debatte um eine Einwanderungsreform.

 

Was ist das H-1B Visum?

Bei der H-1B Kategorie handelt es sich um ein klassisches Arbeitsvisum für die USA, das jedoch ausschließlich hochqualifizierten Arbeitnehmern vorbehalten ist. Das H-1B Visum wird von spezialisierten Fachkräften wie Ingenieuren, Wissenschaftlern und Architekten beantragt, die für eine begrenzte Zeit in den USA arbeiten möchten.

Welche Vorteile hat das H-1B Visum?

Das H-1B Fachkräfte-Visum bietet sowohl US-Unternehmen, als auch ausländischen Mitarbeitern eine Reihe von Vorteilen.

  • Im Vergleich zu E- und L-Arbeitsvisa werden relativ niedrige Anforderungen an das US-Unternehmen gestellt.
  • Die Anforderungen an den Antragsteller sind sehr viel niedriger, d. h. der einzustellende Mitarbeiter muss keine Führungsposition im US-Unternehmen einnehmen.

Welche Nachteile hat das H-1B Visum?

  • Die Anzahl der H-1B Visa, die pro Jahr vergeben werden, ist begrenzt (H-1B Cap). Leider sind H-1B Visa im Erstantrag in den letzten Jahren regelmäßig innerhalb weniger Tage vergriffen. Wir empfehlen daher zu prüfen, ob alternativ ein anderes Arbeitsvisum beantragt werden kann.

Welche Voraussetzungen gelten beim H-1B Visum?

Das H-1B Visum ist unternehmensgebunden, d. h. offizieller Antragsteller ist das US-Unternehmen für den zukünftigen Mitarbeiter. Unabdingbare Voraussetzung ist deshalb ein konkretes Stellenangebot in den Vereinigten Staaten von einem US-Arbeitgeber. Die ausländische Person kann mit dem H-1B Visum ausschließlich für das US-Unternehmen tätig werden, welches den Antrag gestellt hat. Auch Non-Profit-, Regierungsorganisationen oder Bildungseinrichtungen (z. B. US-Universitäten) können als Antragsteller fungieren.

Die zukünftige H-1B Position in den USA für den ausländischen Mitarbeiter muss "H-1B fähig" sein, also einer Tätigkeit der "Specialty Occupation" entsprechen. Per Definition der US-Behörden sind damit Berufsfelder in den USA gemeint, die mindestens ein U.S. Bachelor's Degree voraussetzen oder ein entsprechendes Äquivalent im Arbeitsbereich. Darunter fallen hochqualifizierte Arbeitnehmer u. a. der folgenden Berufsfelder:

  • Rechtsanwälte
  • Ingenieure
  • Architekten
  • Mediziner

Das Fachkräftevisum für Mediziner, Architekten & Co.

Es qualifizieren sich also nur solche Personen für ein H-1B Visum, die mindestens über ein U.S. Bachelor's Degree verfügen oder über einen außerhalb der USA erworbenen akademischen Abschluss als Äquivalent. Auch eine Kombination aus schulischer Qualifikation und Berufserfahrung, die als gleichwertig zu einem U.S. Bachelor's Degree anerkannt wurde, ist denkbar und kann mittels sogenannter "Foreign Credential Evaluations" bzw. "Work Experience Evaluations" in den USA nachgewiesen werden.

H-1B Quotensystem (H-1B Cap)

Die H-1B Visumkategorie ist zahlenmäßig limitiert und unterliegt einem Quotensystem, dem sogenannten "H-1B Cap", welches jeweils für ein US-Steuerjahr gilt. Das US-Steuerjahr oder "Fiscal Year", kurz FY, beschreibt den Zeitraum zwischen dem 1. Oktober eines Jahres und dem 30. September des Folgejahres.

Insgesamt stehen pro Steuerjahr lediglich 85.000 H-1B Visa zur Verfügung. Während sich viele namhafte Unternehmen in den USA, wie Microsoft und Google, seit Jahren für eine Ausweitung des H-1B Programms aussprechen, steht insbesondere die Trump-Administration dieser Bewegung kritisch gegenüber. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen ist derzeit nicht mit einer Erhöhung dieser Quote zu rechnen.

Die aktuelle Anzahl an H-1B Visa verteilt sich auf zwei "H-1B Caps":

Typ der Obergrenze Höhe der Obergrenze
H-1B Regular Cap 65.000
H-1B Master's Exemption 20.000

 

H-1B Regular Cap

Pro US-Steuerjahr können derzeit 65.000 H-1B Visa im "H-1B Regular Cap" erteilt werden für Personen, die über ein U.S. Bachelor's Degree, d. h. einen an einer amerikanischen Universität erworbenen Bachelorabschluss, (oder höher) bzw. ein entsprechendes Äquivalent verfügen. Innerhalb dieses Kontingents sind allerdings noch 6.800 H-1B Visa für mögliche Antragsteller aus Singapur und Chile reserviert.

H-1B Master's Exemption Cap

Zusätzlich steht für Personen mit einem U.S. Master's Degree, d. h. einen an einer amerikanischen Universität erworbenen Masterabschluss, (oder höher) ein "H-1B Master's Exemption Cap" mit weiteren 20.000 Visa pro US-Steuerjahr zur Verfügung.

Achtung: Nicht alle amerikanischen Bildungseinrichtungen qualifizieren automatisch für das H-1B Master's Cap. An die US-Universitäten bzw. U.S. Colleges werden zwei Bedingungen gestellt:

  1. Die Schule muss ordnungsgemäß von einer national anerkannten Akkreditierungsbehörde akkreditiert worden sein.
  2. Es muss sich um ein öffentliches oder Non-profit (gemeinnütziges) Bildungsinstitut handeln.

Sollte eines der beiden Kriterien nicht erfüllt sein, qualifiziert sich der Bewerber nicht für das H-1B Master's Cap und der Antrag würde abgelehnt werden. Eine gründliche Prüfung im Vorfeld ist demnach zwingend erforderlich. Der ausländische Bewerber könnte sich nämlich sehr wohl für das reguläre H-1B Cap qualifizieren.
Falls der erste Antrag im Master's Cap abgelehnt wurde, ist es allerdings sehr unwahrscheinlich, dass das US-Unternehmen zeitlich eine zweite Chance im regulären Verfahren erhält: Beide H-1B Caps sind üblicherweise bereits nach einer Woche ausgeschöpft. D. h., dass eine neue Beantragung eines H-1B Visums erst im kommenden Jahr möglich wäre.

H-1B Visa sind zahlenmäßig begrenzt

Jährliche Antragsrunde – die H-1B Cap Season

H-1B Erstanträge können in jedem Jahr frühestens ab dem 1. April für den frühestmöglichen Arbeitsbeginn ab dem 1. Oktober bei der US-Einwanderungsbehörde (USCIS) eingereicht werden.

H-1B Cap Season FY 2020: Stand der Dinge

Die H-1B Antragsrunde für das US-Steuerjahr 2020 (FY 2020) startete am 1. April 2019 – ab diesem Zeitpunkt konnten amerikanische Unternehmen bzw. Organisationen ihre Anträge auf H-1B Visa für ausländische Mitarbeiter einreichen (mit dem Starttermin 1. Oktober 2019).

Wie erwartet hat die USCIS – analog zu den Vorjahren – innerhalb weniger Tage genügend H-1B Anträge für das Regular Cap sowie das Master's Cap erhalten. Aus diesem Grund führte die USCIS ein Losverfahren durch, um zu ermitteln, welche H-1B Anträge bearbeitet werden können. Wie die USCIS nun bekannt gab, wurden alle ausgelosten H-1B Anträge im System erfasst.

Die US-Einwanderungsbehörde wird nun nach und nach alle berücksichtigten H-1B Antragsteller per Receipt Notice benachrichtigen. Anschließend wird die USCIS damit beginnen, alle nicht im Losverfahren berücksichtigten H-1B Anträge an die jeweiligen Antragsteller zurückzuschicken mit der kompletten Antragsdokumentation inklusive der Schecks für die Antragsgebühren. Jede Rücksendung ist ebenso versehen mit einer Benachrichtigung der USCIS, auf welcher der Name des "Petitioners" (offizieller Antragsteller) sowie der des "Beneficiarys" (ausländischer Mitarbeiter) angegeben ist, nebst einer Erklärung, die die Standardformulierung enthält, dass der Antrag nicht unter den zufällig gezogenen H-1B Anträgen für die weitere Bearbeitung war.

Aufgrund der Antragsflut und des damit einhergehenden hohen Arbeitsaufwands bitten die US-Behörden aktuell davon abzusehen, nach dem Status der Bearbeitung zu fragen. Um der aktuell höheren Arbeitsbelastung Herr zu werden, wird die USCIS bestimmte I-129 Anträge, die dem H-1B Cap zugerechnet werden, zwischen dem Vermont Service Center und dem California Service Center verteilen. Antragsteller, die von der Umverteilung betroffen sind, werden hierüber benachrichtigt.

Im Übrigen werden bestimmte vom H-1B Kontingent ausgenommene Anträge seit dem 20. Mai 2019 vom Texas Service Center bearbeitet (z. B. Arbeitgeberwechsel, Statuswechsel).

Achtung: Alle H-1B Antragsteller sollten genau darauf achten, jegliche Korrespondenz an das zuständige USCIS Service Center zu senden, um Probleme bei der Antragstellung zu vermeiden. Auf der offiziellen USCIS Webseite können Sie das korrekte USCIS Service Center finden oder es alternativ Ihrer I-979 Receipt Notice entnehmen.

Neue H-1B Vorregistrierung ab H-1B Cap Season FY 2021

Am 31. Januar 2019 hat das U.S. Department of Homeland Security (DHS) eine Final Rule im Federal Register veröffentlicht, die am 1. April 2019 in Kraft getreten ist.

Im Rahmen der neuen elektronischen H-1B Pre-Registration müssen sich US-Arbeitgeber ab kommendem Jahr im Vorfeld innerhalb einer vorgeschriebenen Frist anmelden, um die Chance auf einen H-1B Erstantrag zu erhalten. Durch das neue Verfahren erhalten ausschließlich diejenigen US-Arbeitgeber, die von der USCIS ausgewählt wurden, die Möglichkeit einen H-1B Antrag zu stellen. Vorteil: Wer nicht ausgewählt wurde, erspart sich den Bearbeitungsaufwand für die Zusammenstellung der H-1B Akte.

Nähere Informationen zur Durchführung der Vorregistrierung liegen aktuell noch nicht vor.

H-1B Lotterie – das Losverfahren

Um aus der Flut der eingehenden H-1B Anträge diejenigen zu ermitteln, die letztlich bearbeitet werden, hat die US-Einwanderungsbehörde ein computergeneriertes Zufallsverfahren ("Random Selection") eingeführt.

Die USCIS nimmt zahlenmäßig nicht exakt 85.000 H-1B Petitionen entgegen und stoppt dann das Verfahren, sondern nimmt vielmehr über einen gewissen Zeitraum H-1B Anträge an (in der Regel die erste Arbeitswoche im April) und spricht dann einen Antragsstopp aus. Zuletzt verfügte die USCIS am Freitag, den 5. April 2019, einen Antragsstopp für Anträge, die dem Regular Cap zugerechnet werden.

Am 10. April 2019 führte die US-Einwanderungsbehörde das sogenannte Random Selection Verfahren durch.

Ablauf der H-1B Lotterie im Detail:

Der Ablauf des Lotterieverfahrens hat sich seit April 2019 geändert: Die USCIS wählte zunächst 65.000 Anträge für das H-1B Regular Cap aus. Nicht berücksichtige Master's Degree Anträge wurden in einem zweiten Schritt dem H-1B Master's Exemption Cap zugerechnet und bildeten die Grundlage für das zweite Lotterieverfahren.

Ziel ist es, dadurch mehr H-1B Anträge von Bewerbern mit einem U.S. Master's Degree oder höher berücksichtigen zu können (die USCIS erhofft sich einen Zuwachs von 15%).

Antragsteller, deren H-1B Antrag ausgewählt wurde, erhalten eine Eingangsbestätigung von der USCIS. Alle restlichen Antragsteller bekommen ihren Antrag unbearbeitet zurück und erhalten eine Erstattung der Antragsgebühren.

Wichtig: Die Berücksichtigung durch die H-1B Lotterie beinhaltet natürlich nicht die automatische Bewilligung des H-1B Antrags durch die USCIS. Es bedeutet nur, dass der Antrag von der US-Behörde weiterbearbeitet wird.

In den Vorjahren war der Ablauf der H-1B Lotterie genau umgedreht. Zunächst wurden per Zufall 20.000 Anträge für das "H-1B Master's Exemption Cap" ausgewählt. Alle unberücksichtigten "Master's Cap" Anträge wurden anschließend dem "Regular Cap" von 65.000 Visa zugerechnet. Schließlich führte die USCIS ein zweites Losverfahren durch, in dem aus den verbleibenden "regulären" H-1B Anträgen die noch zu bearbeitenden Anträge ausgelost wurden.

H-1B Cap Exempt – Ausnahmen der Quotenregelung

Nicht alle H-1B Anträge sind vom Quotensystem bzw. der zahlenmäßigen Limitierung betroffen. Folgende H-1B Petitionen können immer bei der US-Einwanderungsbehörde eingereicht werden, sind also "Cap Exempt":

  • H-1B Verlängerungsanträge, d. h. Petitionen für ausländische Personen, die sich bereits unter H-1B Status in den USA aufhalten bzw. sich innerhalb der letzten 6 Jahre aufgehalten haben.
  • H-1B Anträge für ausländische Personen, die sich bereits unter H-1B Status in den USA aufhalten (oder innerhalb der letzten 6 Jahre aufgehalten haben) im Rahmen eines Arbeitgeberwechsels.
  • H-1B Anträge von "Institution of Higher Education" und deren Zweigstellen unter bestimmten Auflagen (z. B. US-Universitäten)
  • H-1B Anträge von regierungsnahen oder gemeinnützigen Forschungsinstituten (Non-Profit)

H-1B Statistik

Die Popularität des H-1B Visums für hochqualifizierte Arbeitnehmer ist ungebrochen: Bereits seit einigen Jahren gehen innerhalb kürzester Zeit mehrere hunderttausend H-1B Anträge bei der US-Einwanderungsbehörde ein, infolgedessen die USCIS einen Antragsstopp verhängen muss.

US-Steuerjahr Datum des Antragsstopps Werktage bis
Antragsstopp
H-1B Erstanträge unter dem Cap

2020

05.04.2019 5 201.111

2019

06.04.2018 5 190.098

2018

07.04.2017 5 199.000

2017

07.04.2016 5 236.000

2016

07.04.2015 5 233.000

2015

07.04.2014 5 172.500

2014

05.04.2013 5 124.000

2013

11.06.2012 49  

2012

22.11.2011 162  

2011

26.01.2011 205  

2010

21.12.2009 182  

2009

07.04.2008 5 163.000

2008

03.04.2007 2 123.480

2007

26.05.2006 39  

2006

10.08.2005 91  


Quelle: USCIS

Die Maximalzahl von 85.000 H-1B Visa wurde in den letzten sieben Jahren ohne Ausnahme bei Weitem überschritten.

Bild von einem Diagramm über H-1B Erstanträge

Das Office of Foreign Labor Certification (OFLC) untersucht regelmäßig die

  • Top 10 Tätigkeitsfelder,
  • US-Bundesstaaten sowie
  • US-Arbeitgeber

eines Quartals.

Im Hinblick auf die Tätigkeitsfelder nahmen die Berufe der IT-Branche im 2. Quartal des US-Steuerjahres 2019 die Spitzenpositionen ein. Fast ein Drittel aller eingereichten H-1B Anträge wurden für Softwareentwickler für Anwendungssoftware beantragt. Rund 9% aller H-1B Visa wurden für IT-Systemanalytiker eingereicht, dicht gefolgt von Softwareentwicklern für System Software.

Bei der Betrachtung der US-Bundesstaaten, in denen vermehrt H-1B Visa beantragt wurden, steht bereits seit mehreren Jahren Kalifornien der Spitze, gefolgt von Texas, New York und New Jersey.

Schließlich wurden die Antragsteller, d. h. die US-Arbeitgeber, untersucht. Die Liste der Top 10 Hauptantragsteller führten im 2. Quartal des Fiscal Year 2019 die Unternehmen Deloitte Consultin, LLP, Apple, Inc. sowie Infosys Limited an.
Die vollständige Statistik finden Sie auf der Webseite des U.S. Department of Labor, kurz DOL.

Darüber hinaus lässt sich feststellen, dass vor dem Hintergrund von "Buy Americanm, Hire American" im vierten Quartal 2018 nur noch 75 Prozent aller H-1B Anträge genehmigt wurden, was einem historischen Tiefstand entspricht.

Antragsteller, deren H-1B Petition im Losverfahren nicht berücksichtigt wurde, beraten wir über mögliche alternative Visaoptionen. Sie können uns jederzeit kontaktieren.

H-1B Visum beantragen

Zuständige Behörden

Der H-1B Visumantragsprozess gliedert sich in ein in der Regel dreistufiges Verfahren mit unterschiedlichen behördlichen Zuständigkeiten.

  1. Employment and Training Administration (ETA) – Labor Condition Application (LCA)
    In einem ersten Schritt muss die Labor Condition Application vom zukünftigen US-Arbeitgeber veranlasst werden. Dieser Antrag wird im Rahmen eines Online-Verfahrens (iCERT Portal System) bei der Employment and Training Administration (ETA) des U.S. Department of Labor gestellt.
    Die LCA ist nicht zu verwechseln mit der Labor Certification (= Arbeitsmarktüberprüfung durch den US-Arbeitgeber). Beim H-1B Visum muss der US-Arbeitgeber nicht nachweisen, dass er keine amerikanischen Arbeitskräfte für die ausgeschriebene Stelle finden konnte.
    Im Rahmen der Labor Condition Application muss das US-Unternehmen allerdings unter anderem die adäquate Bezahlung des ausländischen Mitarbeiters bestätigen sowie, dass mit dessen Einstellung keine Benachteiligung für das US-Personal einhergeht. Übrigens: Ein Verstoß gegen die dort gemachten Auflagen kann zu empfindlichen Geldstrafen bei einer späteren Überprüfung durch die US-Behörden führen.
  2. U.S. Citizenship and Immigration Services – H-1B Petition
    Erst nach Erhalt der genehmigten LCA kann die eigentliche H-1B Antragstellung erfolgen: H-1B Petitionen werden am zuständigen Service-Center der US-Einwanderungsbehörde (USCIS) in den USA postalisch eingereicht. Diese Petition umfasst neben den umfangreichen Unterlagen zum US-Unternehmen, zur angebotenen Stelle und zu den Qualifikationen des ausländischen Mitarbeiters auch zwingend die genehmigte Labor Condition Application des U.S. Department of Labor.
    H-1B Petitionen gelten als angenommen nachdem die US-Einwanderungsbehörde geprüft und bestätigt hat, dass die Antragsunterlagen vollständig und ordnungsgemäß eingereicht wurden und die Visagebühr bezahlt ist. Als Eingangsdatum gilt nicht das Datum des Posteingangsstempels.
  3. US-Konsulat – Konsulatsverfahren
    Insofern der USCIS-Antrag bewilligt wurde, erhält das US-Unternehmen ein Bewilligungsschreiben. Im letzten Schritt muss der zukünftige Mitarbeiter das Konsulatsverfahren durchlaufen, in dem das eigentliche H-1B Visum ausgestellt wird (Ausnahmen bilden nur Statusverlängerungs- bzw. Statuswechselverfahren innerhalb der USA). Die Beantragung erfolgt in der Regel im Rahmen eines persönlichen Interviews am zuständigen US-Konsulat im Heimatland.

Beantragungsdauer

Beim H-1B Visum handelt es sich um ein komplexes und zeitaufwendiges Antragsverfahren. Die gesamte Beantragungsdauer umfasst durchschnittlich vier bis fünf Monate. Die Bearbeitungszeiten teilen sich dabei in etwa wie folgt auf:

  • Wenn das U.S. Department of Labor keine Beanstandungen hat, wird die LCA innerhalb von ca. 7 bis 14 Tagen nach Erhalt genehmigt.
  • Insofern die US-Einwanderungsbehörde (USCIS) eine H-1B Petition offiziell angenommen hat, sind die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten bis zum abschließenden Bescheid abhängig vom zuständigen Service Center. In der Regel dauert die reguläre Bearbeitung rund drei bis vier Monate (= "Regular Processing"). Alternativ gibt es hier ein beschleunigtes Verfahren (siehe "Premium Processing").
  • Insofern das Konsulatsverfahren noch notwendig wird und ein persönlicher Visa-Termin absolviert werden muss, planen Sie bitte bis zum Erhalt Ihres Reisepasses inklusive Visum etwa zwei Wochen ein.

"Premium Processing" – Beschleunigtes Antragsverfahren

Grundsätzlich besteht für alle Anträge, die mit dem Formular I-129 ("Petition for a Nonimmigrant Worker") bei der USCIS eingereicht werden – so auch beim H-1B Visum – die Möglichkeit, die langen Bearbeitungszeiten zu beschleunigen.

Möglich ist das mit dem Formular I-907 (Request for Premium Processing) und einer zusätzlichen Gebühr in Höhe von aktuell 1.410 US-Dollar. Der Vorteil des Premium Processing Verfahrens ist, dass die USCIS Antragstellern eine Antwort innerhalb von 15 Tagen garantiert. Die Antwort beinhaltet in der Regel eine Bewilligung oder aber auch eine Nachfrage (Request For Evidence, RFE) bzw. Ablehnung.

Um der hohen Nachfrage nach beschleunigten Antragsverfahren gerecht zu werden, hat die US-Einwanderungsbehörde ab der aktuellen FY 2020 Antragsrunde ein zweistufiges Verfahren eingeführt. In der ersten Phase wurden Anträge auf Statuswechsel berücksichtigt. Seit dem 10. Juni 2019 bearbeitet die USCIS alle dem Cap zugehörigen H-1B Anträge, sogenannte H-1B Cap-Subject Petitions.

Hintergrund: Der Premium Processing Service für das Fiscal Year 2019 wurde von der US-Einwanderungsbehörde im April 2018 für mehrere Monate ausgesetzt. D. h., die meisten H-1B Petitionen konnten nicht im Rahmen des Premium Processing Verfahrens eingereicht oder nachträglich beschleunigt werden, sondern mussten die reguläre Bearbeitungszeit durchlaufen.

Seit dem 28.01.2019 kann das Premium Processing Verfahren für H-1B Cap Anträge wieder genutzt werden. Tatsächlich gibt es aber noch viele Unternehmen, die bis heute keine abschließende Bearbeitung bzw. Entscheidung über ihren H-1B Antrag haben. Bei den USCIS Service-Centern liegt die Bearbeitungszeit aktuell zwischen acht und elf Monaten, weshalb ein frühestmöglicher Arbeitsbeginn zum 01.10.2019 eher unwahrscheinlich ist.

Alle weiteren I-129 Nichteinwanderungsanträge, wie beispielsweise L-1 oder O-1, sowie H-1B Verlängerungsanträge konnten das Premium Processing Verfahren auch zuvor wie gewohnt nutzen.

Gültigkeit

Das H-1B Visum wird im Erstantrag auf maximal drei Jahre bewilligt und kann auf weitere drei Jahre verlängert werden. Die maximale Aufenthaltsdauer von sechs Jahren darf nur dann überschritten werden, wenn rechtzeitig eine arbeitsplatzbezogene GreenCard von Seiten des US-Arbeitgebers beantragt wurde (= "AC-21 rule").

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Visum für Familienangehörige

Ehepartner und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren erhalten auf Antrag für denselben Zeitraum wie der Hauptantragsteller ein abgeleitetes H-4 Visum. Erreichen die Kinder die amerikanische Volljährigkeitsgrenze (21 Jahre), müssen sie ihren Nichteinwanderungsstatus wechseln oder das Land verlassen.

Ehepartner und Kinder können mit dem H-4 Visum private und öffentliche Bildungseinrichtungen besuchen.

Ehepartner können mit dem H-4 Visum keine eigene Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD) erhalten. Eine Arbeitsaufnahme ist also grundsätzlich nicht gestattet, auch nicht für Kinder.

Die Beantragung einer EAD ist in Ausnahmefällen dann möglich, wenn sich der Ehepartner (mit H-1B Status) bereits in einem laufenden Statusanpassungsverfahren auf Einwanderung (GreenCard-Verfahren) befindet.
Bereits seit einem Jahr arbeitet die Trump-Administration an der Abschaffung dieser Ausnahmeregelung. Mit einem abschließenden Urteil ist auch in den kommenden Wochen nicht zu rechnen.

Reformpläne der Trump-Regierung zum H-1B Programm

Die von Präsident Trump bereits am 18. April 2017 erlassene Executive Order mit dem Namen "Buy American and Hire American" zielt vor allem auf eine Reform des H-1B Programms ab.

Im Fokus von Trumps Kritik bzw. Argumentation stehen folgende Aspekte:

  • Das aktuelle Auswahlverfahren für H-1B Erstanträge mittels einer Lotterie, die rein nach dem Zufallsprinzip vorgeht.
  • Das Verhindern von Missbrauch und Betrugsfällen bzw. der Schutz vor Benachteiligung von amerikanischen Arbeitskräften.
  • Die Ausarbeitung einer Reform, bei der sich nur hochgradig qualifizierte oder überdurchschnittlich verdienende ausländische Antragsteller für ein H-1B Visum qualifizieren.

Im Sinne des Mottos "America First" sollen US-Unternehmen dazu angehalten werden, zunächst nach geeigneten Bewerbern auf dem eigenen amerikanischen Arbeitsmarkt zu suchen, statt über das H-1B Programm ausländische Mitarbeiter einzustellen.

Derzeit steht die H-1B Kategorie nur "unter Beobachtung". Ein einheitliches Reformpaket wurde noch nicht auf den Weg gebracht.

Als erste konkrete Reformmaßnahme wurde am 22. Februar 2018 ein Policy Memorandum ("Contracts and Itineraries Requirements for H-1B Petitions Involving Third-Party Worksites") der US-Einwanderungsbehörde USCIS veröffentlicht. In diesem werden strengere Richtlinien bei der Bewertung von H-1B Anträgen für ausländische Mitarbeiter angekündigt, die beispielsweise beim Kunden in den USA tätig werden sollen.

Im Zuge von "Buy American and Hire American" wurde darüber hinaus am 31.01.2019 im Federal Register die Final Rule "Registration Requirement for Petitioners Seeking To File H-1B Petitions on Behalf of Cap-Subject Aliens" des US-Heimatschutzministeriums DHS veröffentlicht. Hiermit wurde ganz konkret der H-1B Auswahlprozess zugunsten von höher qualifizierten Fachkräften angepasst. Neben dem neuen H-1B-Lotterieverfahren wird ab der kommenden Cap Sason eine zusätzliche Vorregistrierung für US-Arbeitgeber eingeführt.

Alternativen zum H-1B Visum

Eine Pauschallösung für Antragsteller, deren H-1B Antrag von der USCIS nicht berücksichtigt werden konnte, gibt es nicht.

Eine Strategie, die US-Arbeitgeber verfolgen, ist die rechtzeitige Antragstellung pünktlich zum Start der Einreichungsfrist am 1. April. Da das H-1B Kontingent jedoch innerhalb weniger Tage ausgeschöpft ist, verspricht die rechtzeitige Antragstellung nicht in jedem Fall den gewünschten Erfolg.

Des Weiteren gibt es US-Unternehmen, die auf H-1B Anträge, die nicht unter das sogenannte H-1B Cap fallen ("H-1B Cap Exemption"), oder ein Optional Practical Training für F-1 Visuminhaber ausweichen. Allerdings kommt dieser "Ersatz" nicht für jeden US-Arbeitgeber infrage.

Letztlich bleibt noch die Prüfung weiterer Arbeitsvisa. In manchen Fällen kann beispielsweise die Beantragung eines L-1 Visums oder O-1 Visums in Betracht gezogen werden.

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