H-1B Visum

(Specialty Occupation Workers)

Das H-1B Visum beinhaltet eine klassische Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung für die USA. Die Kategorie ermöglicht eine befristete Arbeitsaufnahme für ausländische Personen mit einem akademischen Abschluss bzw. einem entsprechenden Äquivalent, bei einem US-Unternehmen bzw. einer US-Organisation. Die zukünftige Tätigkeit in den USA muss im Bereich der sogenannten "Specialty Occupations" erfolgen.

 

Zugangsvoraussetzungen

Das H-1B Visum ist unternehmensgebunden, d. h. offizieller Antragsteller ist das US-Unternehmen für den zukünftigen Mitarbeiter. Unabdingbare Voraussetzung ist folglich ein konkretes Stellenangebot in den Vereinigten Staaten von einem US-Arbeitgeber. Die ausländische Person kann mit diesem Visum ausschließlich für das US-Unternehmen tätig werden, welches den Antrag gestellt hat. Auch Non-Profit-, Regierungsorganisationen oder Bildungseinrichtungen (z. B. US-Universitäten) können als Antragsteller fungieren.

Die zukünftige H-1B Position in den USA für den ausländischen Mitarbeiter muss "H-1B fähig" sein, also einer Tätigkeit der "Specialty Occupation" entsprechen. Per Definition der US-Behörden sind damit Berufsfelder in den USA gemeint, die üblicherweise ein Wissen und die Fähigkeiten erfordern, die durch einen akademischen Abschluss erworben wurden. Als Minimalanforderung gilt folglich, dass die angebotene Stelle üblicherweise ein U.S. Bachelor's Degree oder ein entsprechendes Äquivalent im entsprechenden Arbeitsbereich voraussetzt (z. B. Rechtsanwälte, Ingenieure, Architekten etc.). Auch andere Berufsfelder können "H-1B fähig" sein.

Es qualifizieren sich also nur solche Personen für ein H-1B Visum, die mindestens über ein U.S. Bachelor's Degree verfügen oder über einen außerhalb der USA erworbenen akademischen Abschluss als Äquivalent. Auch eine Kombination aus Schul- und Berufsausbildung, die als gleichwertig zu einem U.S. Bachelor's Degree anerkannt wurde, ist denkbar.

Der Gesetzgeber geht weiterhin davon aus, dass es sich bei der angebotenen Stelle um ein reguläres arbeitsvertragliches Verhältnis handelt ("regular employment").

 

Gültigkeitsdauer

Das H-1B Visum wird im Erstantrag auf maximal drei Jahre bewilligt und kann auf weitere drei Jahre verlängert werden. Die maximale Aufenthaltsdauer von sechs Jahren darf nur dann überschritten werden, wenn rechtzeitig eine arbeitsplatzbezogene GreenCard von Seiten des US-Arbeitgebers beantragt wurde.

 

Beantragungsprozess

H-1B Anträge werden am zuständigen Service-Center der US-Einwanderungsbehörde (USCIS) in den USA postalisch eingereicht. Diese Petition umfasst neben den umfangreichen Unterlagen zum US-Unternehmen, zur angebotenen Stelle und zu den Qualifikationen des ausländischen Mitarbeiters auch zwingend eine genehmigte Labor Condition Application (LCA) des U.S. Department of Labors.

Diese ist nicht zu verwechseln mit der Labor Certification (= Arbeitsmarktüberprüfung durch den US-Arbeitgeber). Beim H-1B Visum muss der US-Arbeitgeber nicht nachweisen, dass er keine amerikanischen Arbeitskräfte für die ausgeschriebene Stelle finden konnte. Im Rahmen des Labor Condition Application Verfahrens (welches vor der eigentlichen USCIS-Antragstellung online veranlasst werden muss), werden insbesondere die adäquate Bezahlung des ausländischen Mitarbeiters sowie weitere Arbeitsbedingungen überprüft und attestiert.

Insofern der USCIS-Antrag bewilligt wurde, erhält das US-Unternehmen ein Bewilligungsschreiben per Post. Im letzten Schritt muss der zukünftige Mitarbeiter das Konsulatsverfahren durchlaufen, in dem das eigentliche H-1B Visum ausgestellt wird (Ausnahmen bilden nur Statusverlängerungs- bzw. Statuswechselverfahren innerhalb der USA). Die Beantragung erfolgt in der Regel im Rahmen eines persönlichen Interviews am zuständigen US-Konsulat im Heimatland.

 

H-1B Quotensystem

Die H-1B Visumkategorie ist zahlenmäßig limitiert und unterliegt einem Quotensystem ("H-1B Cap"), welches jeweils für ein US-Steuerjahr (Fiscal Year, FY: 1. Oktober - 30. September des Folgejahres) gilt. Pro US-Steuerjahr werden derzeit 65.000 H-1B Visa erteilt (= "H-1B Regular Cap"). Zusätzlich steht für Personen, die ein U.S. Master's Degree (oder höher) an einer amerikanischen Universität erworben haben, ein "H-1B Master's Degree Cap" mit 20.000 Visa zur Verfügung.

H-1B Erstanträge können frühestens ab dem 1. April für den frühestmöglichen Arbeitsbeginn 1. Oktober bei der USCIS eingereicht werden. Ist die Quote erschöpft, was leider in den letzten Jahren sehr rasch der Fall war, kann erst wieder für das darauffolgende Steuerjahr eine Beantragung veranlasst werden.

Nicht alle H-1B Anträge sind allerdings vom Quotensystem betroffen, so können beispielsweise Statusverlängerungsanträge oder Petitionen von bestimmten US-Bildungseinrichtungen oder Nonprofit-Forschungsinstituten immer gestellt werden.

 

Familienangehörige

Ehepartner und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren erhalten auf Antrag für denselben Zeitraum wie der Hauptantragsteller ein abgeleitetes H-4 Visum. Erreichen die Kinder die amerikanische Volljährigkeitsgrenze (21 Jahre), müssen sie ihren Nichteinwanderungsstatus wechseln oder das Land verlassen.

Ehepartner können mit dem H-4 Visum keine eigene Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD) erhalten. Eine Arbeitsaufnahme ist also grundsätzlich nicht gestattet, auch nicht für Kinder. Die Beantragung einer EAD ist in Ausnahmefällen dann möglich, wenn sich der Ehepartner (H-1B Visum) bereits in einem laufenden Statusanpassungsverfahren auf Einwanderung (GreenCard-Verfahren) befindet.

Ehepartner und Kinder können mit dem H-4 Visum private und öffentliche Bildungseinrichtungen besuchen.