H-1B Visum

Erhalten Sie Antworten auf typische Fragen zum Thema Visum USA

Welche Voraussetzungen muss der ausländische Arbeitnehmer mitbringen?

Es qualifizieren sich nur solche Personen für ein H-1B Visum, die mindestens eine der folgenden Voraussetzungen nachweislich erfüllen können:

  1. Ein Bachelor's Degree oder ein höherer Abschluss erworben an einer amerikanischen Bildungseinrichtung (US-Universität etc.).

  2. Ein außerhalb der USA erworbener akademischer Abschluss, der durch einen Evaluation Service als gleichwertig zu einem amerikanischen Bachelor's Degree oder einem höheren Abschluss bewertet wurde.

  3. Eine amerikanische Zulassung (z. B. US-Lizenz), die den ausländischen Mitarbeiter zur vollständigen Ausübung der Beschäftigung in den USA berechtigt.

  4. Eine Kombination aus Schul- und Berufsausbildung und/oder mehrjähriger Berufserfahrung, die als gleichwertig zu einem US Bachelor's Degree anerkannt wird. Die Methode um diese Gleichwertigkeit zu belegen, bezeichnet man als Work Experience Evaluation.

Ein der häufigsten Methoden, um die Gleichwertigkeit von Qualifikationen zu belegen, bezeichnet man als Evaluierung oder "degree equivalency"-Verfahren. Es existieren diverse Anbieter in den Vereinigten Staaten, die sogenannte "Work oder Credential Evaluations" durchführen, z.B.:

World Education Services, Trustforte, Josef Silny & Associates, Inc., Park Evaluations, Morningside Evaluations, Evaluation Services, Inc., Education Evaluators International, Foundation for International Services, Inc. und Education Credential Evaluators.

Wird ein US-Arbeitsplatzangebot benötigt?

Ja. Weil das H-1B Visum nur mit Einbeziehung des US-Unternehmens beantragt werden kann, ist ein US-Arbeitsplatzangebot zwingend notwendig. Im übrigen können US-Arbeitsvisa generell nicht ohne konkretes Arbeitsplatzangebot beantragt werden. Zudem darf die Antragsstellung normalerweise nur durch den US-Arbeitgeber ("Petitioner") erfolgen und nicht durch den ausländischen Arbeitnehmer ("Beneficiary"). 

Welche Anforderungen muss das US-Arbeitsplatzangebot erfüllen?

Die zukünftige H-1B Position in den USA des ausländischen Mitarbeiters muss "H-1B fähig" sein - also einer Tätigkeit der "Specialty Occupations" entsprechen.

Das US-Einwanderungsrecht erkennt eine Position als "Specialty Occupation" an wenn sie eins der folgenden vier Kriterien erfüllt:

  1. Zugang zu der Position erfordert normalerweise einen Bachelor oder einen höheren akademischen Abschluss (oder das Äquivalent).
  2. Das Verlangen einen Bachelor oder einen höheren akademischen Abschluss ist gängig bei ähnlichen Stellen und Unternehmen, oder aber die Position ist so komplex oder einzigartig, dass alleine eine Person mit einem Abschluss die Arbeit ausführen kann.
  3. Der Arbeitgeber erfordert für die Besetzung der Position üblicherweise einen Arbeitnehmer mit einem Abschluss oder das Äquivalent.
  4. Die Aufgaben, die mit der angebotenen Stelle in den USA verbunden sind, sind so komplex und spezialisiert, dass das erforderliche Wissen, dass für die Ausführung der Tätigkeit notwendig ist, üblicherweise durch einen akademischen Abschluss (Bachelor oder höher, oder das Äquivalent) erworben werden.

Als Minimalanforderung für ein "H-1B fähiges" Stellenangebot in den USA gilt folglich, dass die Stelle üblicherweise ein US Bachelor's Degree oder ein entsprechendes Äquivalent im jeweiligen Arbeitsbereich voraussetzt. Das trifft beispielsweise auf folgende Berufsgruppen zu: Architekten, Ingenieure, Mediziner, Rechtsanwälte usw. Aber wie die oben genannten vier Kriterien klar machen, können auch die Beschäftigungen, die nicht zu den klassischen „Specialty Occupation“ Berufen zählen, "H-1B fähig" sein. 

Was beinhaltet die Quotierung des H-1B Visums ("cap")?

Die H-1B Kategorie ist zahlenmäßig limitiert und unterliegt einem bestimmten Quotensystem ("H-1B Cap"), welches jeweils für ein US-Steuerjahr (Fiscal Year, FY) gilt. Das US-Steuerjahr beginnt jeweils am 1. Oktober und endet am 30. September des Folgejahres. 

Petition für die Verlängerungen oder Änderungen von H-1B Visa, die bereits in vorherigen Jahren erteilt wurden, können generell jeder Zeit eingereicht werden und unterliegen nicht die zahlenmäßige Quotierung.

Regular Cap

Pro US-Steuerjahr stehen aktuell 65.000 H-1B Visa zur Verfügung ("Regular Cap") wobei 6.800 H-1B Visa aufgrund von Freihandelsabkommen für Staatsangehörige aus Singapur und Chile bereits reserviert sind. Werden mehr als 65.000 Petition eingereicht (was fast jedes Steuerjahr der Fall ist) wird eine Lotterie durchgeführt, um von den gesamten eingereichten Petition 65.000 auszuwählen.

Master's Cap

Für Personen, die ein US Master's Degree an einer amerikanischen Universität erworben haben, stehen 20.000 zusätzliche Visa zur Verfügung ("Master's Cap"). Im Ausland erworbene, vergleichbare Abschlüsse gelten nicht. Werden mehr als 20.000 Master's Degree H-1B Petition gestellt, wird eine Lotterie durchgeführt, um von den gesamten eingereichten Petition 20.000 auszuwählen. Die Master's Cap Petition, die bei der Master's Cap Lotterie nicht ausgewählt werden, werden dann als "Regular Cap" Petition behandelt und können damit auch bei einer etwaigen Regular Cap Lotterie ausgewählt werden.

Antragsstellung erst im April

H-1B Erstanträge können am 1. April für den frühestmöglichen Arbeitsbeginn am 1. Oktober bei der US-Einwanderungsbehörde eingereicht werden. Ist die Quote erschöpft bzw. wird der H-1B Erstantrag nicht bei der Lotterie ausgewählt, kann erst wieder für das darauffolgende Steuerjahr ein H-1B Erstantrag wieder vorgenommen werden. 

Eine Anhebung auf die einstmals im Zeitalter des Booms der IT- Branche vergebenen 195.000 Visa ist immer wieder im Gespräch (gerade auf Druck der großen Konzerne wie Microsoft und Google), hat sich aber leider bis dato noch nicht durchgesetzt.

Sollte die Quote für das laufende US-Steuerjahr erschöpft sein, muss auf andere Kategorien (wie z.B. E-1/E-2, oder L-Visa) ausgewichen werden, natürlich unter Prüfung der jeweiligen Zugangsvoraussetzungen.

Existieren Ausnahmen für das Quotensystem ("cap exempt")?

Nicht alle H-1B Anträge sind von der Quote betroffen. So können beispielsweise Anträge von "Institutions of Higher Education" (z.B. US Universitäten) und bestimmten Nonprofit oder Staatliche Forschungsinstituten immer gestellt werden. Auch H-1B Inhaber, die den US-Arbeitgeber wechseln oder ihren H-1B Status verlängern, fallen unter bestimmten Voraussetzungen nicht unter die Quote.

Ist ein Statuswechsel innerhalb der USA auf ein H-1B Visum möglich?

Personen, die sich bereits in den USA befinden, können unter Umständen einen so genannten Statuswechsel auf die H-1B Kategorie vornehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Person nicht visumfrei eingereist ist, einen gültigen Aufenthaltsstatus hat, und nicht gegen US Einwanderungsbestimmungen verstoßen hat. Zudem dürfen Personen mit bestimmten Status gar nicht oder nur ausnahmsweise einen Standeswechsel beantragen. Deswegen ist es besonders wichtig, fachlichen Rat zu holen bevor man einen Statuswechsel beantragt.

Wichtig: Man muss ganz klar unterscheiden zwischen einem Statuswechsel und dem Erhalt eines Visums. Ein erfolgreicher Statuswechsel bedeutet lediglich, dass man einen gültigen inländischen Aufenthaltsstatus besitzt. Ein Statuswechsel ist aber kein Visum! Bei Verlassen der Vereinigten Staaten und erneuter Einreise ohne gültiges Visum, wird die Einreise verweigert.

Hintergrund: Die U.S. Einwanderungsbehörde (USCIS) stimmt lediglich den Statuswechsel auf H-1B zu und erteilt kein US-Visum. Ausschließlich die US-Konsulate im Ausland sind für die Erteilung von US-Visa zuständig. Falls man nach einem Statuswechsel aus- und wieder einreisen möchte, braucht man ein gültiges H-1B Visum. In aller Regel muss man die Beantragung dieses Visums im heimischen US-Konsulat vornehmen. Der Antrag auf ein US-Visa ist aber prinzipiell auch in Mexiko oder Kanada bei den dortigen US-Konsulaten möglich.

Welche Antragsfristen müssen eingehalten werden?

Auf Grund des Quotensystems können Erstbeantragungen für H-1B Visa nicht zu jedem Zeitpunkt vorgenommen werden (abgesehen von Erstbeantragungen, die nicht der Quote unterliegen).

Die Antragstellung kann in jedem Jahr frühestens ab dem 1. April (also sechs Monate vor Beginn des Steuerjahres) für den frühestmöglichen Arbeitsbeginn 1. Oktober erfolgen.

Ist die Quote erschöpft, kann erst wieder für das darauffolgende Steuerjahr eine Beantragung vorgenommen werden.

In den vergangenen Jahren war die Quote leider oftmals innerhalb nur weniger Tage ausgeschöpft. Neue Anträge, welche von der Quote betroffen sind, können erst wieder ab dem 1. April des nächsten Jahres für den frühstmöglichen Arbeitsbeginn 1. Oktober desselben Jahres gestellt werden.

Nicht selten bedeutet dies für den ausländischen Bewerber das Aus für die angebotene Position. Alternativ könnte man die Beantragung eines E-1, E-2 oder L-Visums in Betracht ziehen. 

Wie lange ist ein H-1B gültig?

H-1B Visa können im Erstantrag auf maximal 3 Jahre beantragt werden. Eine zusätzliche dreijährige Verlängerung ist möglich, aber ein Gesamtaufenthaltsdauer von 6 Jahren darf im Allgemeinen nicht überschritten werden. Für die dreijährige Verlängerung nach dem Erstbewilligungszeitraum besteht grundsätzlich kein "cap". 

Nach 6 Jahren im H-1B Status, muss man ein volles Jahr außerhalb der USA verbringen bevor man nochmals den H-1B Status erhalten darf. Allerdings gilt bei eines Neuantrags auch wieder die H-1B Quotierung.  

Ansonsten kann man, parallel zum Aufenthalt im H-1B Status, eine arbeitsplatzbezogene GreenCard durch einen US-Arbeitgeber beantragen. Sollte dieser Antrag rechtzeitig (mindestens 365 Tage vor Ablauf des H-1B Status) gestellt worden sein, verlängert sich der legale Aufenthalt um den Zeitraum bis zum Erhalt der schriftlichen Zu- oder Absage über den Greencard-Antrag.

 

Welches Visum erhalten begleitende Familienangehörige beim H-1B Visum?

Begleitende Ehepartner und unverheiratete Kinder bis 21 Jahren erhalten auf Antrag einen abgeleiteten Status und damit ein H-4 Visum. Mit diesem Visum ist es den Ehepartnern allerdings nicht gestattet zu arbeiten, d. h. der Erwerb einer Allgemeinen Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD) in den USA ist ausgeschlossen (im Gegensatz zu anderen Kategorien wie L-1 oder E-1/E-2).

Kinder von H-1B Inhabern können selbstverständlich Bildungseinrichtungen (Schulen/Universitäten) besuchen, jedoch darf keiner bezahlten Arbeit nachgegangen werden.

Wichtige Ausnahme: Ausnahmsweise dürfen H-4 Ehepartner einen Antrag auf Arbeitserlaubnis stellen wenn:

  1. Eine arbeitsbasierte Petition auf ein Einwanderungsvisum für den H-1B Inhaber genehmigt worden ist oder
  2. Der H-1B Inhaber die besondere gesetzliche Regelung in Anspruch genommen hat, die eine Verlangerung des H-1B Status über die Regelzeit von sechs Jahren hinaus erlaubt.

 

Was passiert, wenn mein H-1B Visumantrag abgelehnt wird?

In aller Regel erfahren Antragsteller bereits am Tag ihres Interviews, ob das Visum erteilt wird oder nicht.
In bestimmten Fällen erhält der Visumantragsteller nach einer gewissen Bearbeitungszeit ein Ablehnungsschreiben des Konsulats. Eine Ablehnung muss im Übrigen nicht begründet werden. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und reichen – je nach Visumkategorie – von der Unterstellung einer Einwanderungsintention, über die Vermutung der illegalen Arbeitsaufnahme bis hin zu mangelhafter Antragsdokumentation.
Ist dies erst einmal geschehen, kann meist erst nach mehreren Monaten oder sogar Jahren ein neues Visum (erfolgreich) beantragt werden. Theoretisch besteht für den Antragsteller zwar keine Wartezeit bis zur nächsten Einreichung. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass ohne eklatante Verbesserung der Voraussetzungen der jeweiligen Visumkategorie (z. B. Nachweis der Rückkehrintention ins Heimatland, finanzielle Mittel, Nachweis von beruflichem Spezialwissen etc.) eine erneute Antragstellung wenig sinnvoll erscheint.


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