F-1 Visum

Erhalten Sie Antworten auf typische Fragen zum Thema Visum USA

Wer benötigt ein F-1 Visum?

Das F-1 Visum ermöglicht den Besuch einer ("SEVIS-registrierten") akademischen/wissenschaftlichen Bildungseinrichtung in den USA (z. B. Universität, College etc.). Auch Sprachschulaufenthalte fallen unter diese Visumkategorie.
Ein nicht akademischer Kurzeitsprachkurs erfordert oft kein F-1 Visum und kann bei entsprechender Voraussetzung im Rahmen des Visa Waiver Program absolviert werden. Sie sollten dies allerdings immer vorab mit der jeweiligen Sprachschule klären.

Wie lange ist das F-1 Visum gültig?

Die Gültigkeitsdauer eines F-1 Visums hängt von der Nationalität des Antragstellers ab. Je nach Nationalität, wird an Hand der sogenannte Reciprocity Schedule entschieden, wie lange das Visum gültig sein wird. Zum Beispiel erhalten deutsche Staatsangehörige ein fünfjähriges F-1 Visum. Aber das Visum ist zu unterscheiden vom Aufenthaltsstatus.
Der Aufenthaltsstatus gilt für die gesamte Dauer des Studiums und ist im I-20 Formular vermerkt. Sollte eine Verzögerung der Studiendauer eintreten, weil z. B. das Hauptfach gewechselt wurde oder eine Krankheit eintritt, kann der Student eine Verlängerung bei der jeweiligen Bildungseinrichtung beantragen. Dem F-1 Visuminhaber ist es zudem gestattet, bereits 30 Tage vor Studienbeginn in die USA einzureisen und bis zu maximal 60 Tage nach Studienabschluss noch in den Vereinigten Staaten zu verweilen.
Unter Umständen dürfen Inhaber eines F-1 Visums ein Ihr US-Studium anschließendes Praktikum absolvieren.

Welche Voraussetzungen muss die Bildungseinrichtung in den USA erfüllen?

Entscheidend ist, dass die Bildungseinrichtung eine SEVIS-Registrierung besitzt. SEVIS steht für "Student and Exchange Visitor Information System" und ist eine webbasierte Datenbank der US-Regierung, die es dem Department of Homeland Security und dem US Department of State ermöglicht, die Daten aller Austauschstudenten, die sich in den USA befinden, einzusehen. SEVIS beinhaltet u. a. Angaben zum Aufenthaltsort, der Bildungseinrichtung und dem legalen Status des Studenten. Nur wenn die Bildungseinrichtung SEVIS-registriert ist, kann sie das sogenannte I-20 Formular ausstellen, welches für die Beantragung des F-1 Visums im US-Konsulat zwingend erforderlich ist.
Nicht alle Schulen sind dazu berechtigt, dieses Formular auszustellen. Erkundigen Sie sich bitte bereits im Vorfeld, ob die anvisierte Bildungseinrichtung auch eine SEVIS-Registrierung vorliegen hat. Nachlesen können Sie dies unter http://studyinthestates.dhs.gov/school-search.

Kann man mit dem F-1 Visum einer Erwerbstätigkeit nachgehen?

Es gibt drei Möglichkeiten von studentischen Beschäftigungsverhältnissen mit dem F-1 Visum:

  1. Auf dem Campus (On-Campus Employment)
    Während der Vorlesungszeit besteht die Möglichkeit, auf dem Campus eine Teilzeitstelle von bis zu 20 Stunden pro Woche anzunehmen. In den Semesterferien können Studenten auch auf Vollzeitbasis arbeiten. Unter Beschäftigungsverhältnis auf dem Campus zählen z. B. Jobs in der Buchhandlung oder Cafeteria, wenn diese sich auf dem Gelände der Bildungseinrichtung befinden, bzw. Einrichtungen außerhalb des Campus, wenn diese der Universität angeschlossen sind.
  2. Außerhalb des Campus (Off-Campus Employment)
    Inhaber des F-1 Visums können außerhalb des Campus arbeiten, wenn eine unerwartete finanzielle Notsituation eingetroffen ist, auf deren Umstände der Student keinen Einfluss hatte. Voraussetzung ist, dass der Student bereits ein volles Studienjahr absolviert hat, gute Studienergebnisse vorweisen kann und aufzeigt, dass die Arbeit das Studium nicht beeinträchtigen wird. Bei einer Genehmigung sind 20 Wochenstunden erlaubt im Semester sowie Vollzeitarbeit in den Semesterferien.
  3. Praktikum
    Dabei ist zwischen einem Curricular Practical Training (CPT) und Optional Practical Training (OPT) zu unterscheiden. Das CPT kann während des Semesters absolviert werden. Eine Beschränkung der maximal zulässigen Arbeitsstunden pro Woche besteht nicht. Wichtig zu beachten ist jedoch, dass die Ausübung CPT auf Vollzeitbasis für ein Jahr oder länger zur Folge hat, dass sich der Student nicht mehr für das OPT qualifiziert. Das OPT kann nach Beendigung des Studiums für eine Dauer von höchstens 12 Monaten absolviert werden. Studenten mit Abschlüssen in Science, Technology, Engineering oder Mathematics (STEM) können gegebenfalls ein längeres OPT (17 Monate, bzw. 24 Monate ab 10. Mai 2016) absolvieren. Um sich für OPT zu qualifizieren, muss der Student die Arbeitserlaubnis mithilfe des Formulars I-765 direkt bei der US-Einwanderungsbehörde beantragen. Sowohl beim OPT als auch beim CPT muss der Student zunächst die Erlaubnis der Bildungseinrichtung einholen und es muss ein klarer Bezugspunkt zum Hauptfach des Studiengangs nachgewiesen werden.
Welches Visum erhalten begleitende Familienangehörige beim F-1 Visum?

Begleitende Ehepartner und unverheiratete Kinder bis 21 Jahren erhalten auf Antrag einen abgeleiteten Status und damit ein F-2 Visum. Kinder die während ihrer US-Aufenthalt 21 Jahre alt werden oder heiraten, müssen ihren Nichteinwanderungsstatus wechseln oder das Land verlassen.

Arbeit nicht gestattet
Mit diesem Visum ist es den Ehepartnern und Kindern allerdings nicht gestattet zu arbeiten, d. h. der Erwerb einer Allgemeinen Arbeitserlaubnis (Employment Authorization Document, EAD) in den USA ist ausgeschlossen (im Gegensatz zu anderen Kategorien wie L-1 oder E-1/E-2).

Studieren nur begrenzt möglich
Kinder dürfen eine "elementary" oder "secondary" Schule besuchen (Kindergarten bis Highschool). Soll eine höhere Bildungseinrichtung (z. B. Universität) besucht werden, muss ein eigenständiges F-1 Visum beantragt werden.

Ehepartner dürfen nur:

  • Gelegentlich und aus Spaß studieren, oder
  • Eine SEVP-anerkannte Bildungseinrichtung besuchen als Teilzeit Studenten.  

Möchte der Ehepartner ein Vollzeitstudium aufnehmen, muss er ein F-1 Visum beantragen.

Was passiert, wenn mein F-1 Visumantrag abgelehnt wird?

In aller Regel erfahren Antragsteller bereits am Tag ihres Interviews, ob das Visum erteilt wird oder nicht.
In bestimmten Fällen erhält der Visumantragsteller nach einer gewissen Bearbeitungszeit ein Ablehnungsschreiben des Konsulats. Eine Ablehnung muss im Übrigen nicht begründet werden. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und reichen – je nach Visumkategorie – von der Unterstellung einer Einwanderungsintention, über die Vermutung der illegalen Arbeitsaufnahme bis hin zu mangelhafter Antragsdokumentation.
Ist dies erst einmal geschehen, kann meist erst nach mehreren Monaten oder sogar Jahren ein neues Visum (erfolgreich) beantragt werden. Theoretisch besteht für den Antragsteller zwar keine Wartezeit bis zur nächsten Einreichung. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass ohne eklatante Verbesserung der Voraussetzungen der jeweiligen Visumkategorie (z. B. Nachweis der Rückkehrintention ins Heimatland, finanzielle Mittel, Nachweis von beruflichem Spezialwissen etc.) eine erneute Antragstellung wenig sinnvoll erscheint.


Zurück